Mobil-Oil bleibt vor der Tür

Die Aral AG, Bochum, die ihren Umsatz 1964 nur noch geringfügig auf 3,3 Milliarden Mark erhöhte, dehnte auch 1964 ihr Tankstellennetz in den europäischen Ländern weiter aus. Sie betreibt jetzt im Ausland – teilweise in Zusammenarbeit mit Lizenznehmern – rund 2300 Stationen. Auf Österreich entfallen davon 1100 Tankstellen, 750 befinden sich in Oberitalien, 300 in der Schweiz und 150 in den Beneluxländern. In der Bundesrepublik besitzt die Gesellschaft mit 6500 Tankstellen weiterhin das größte Netz. Hauptgesellschafter sind nach wie vor die GBAG mit 47 Prozent der Anteile, von denen 11 Prozent treuhänderisch für die Mobil-Oil verwaltet werden, die Scholven Chemie AG als Hibernia Tochter und die Wintershall AG. Die Verhandlungen der GBAG um Übernahme von 29 Prozent der Aral-Anteile durch die Mobil-Oil scheiterte am Widerstand der anderen Gesellschafter. Damit bleibt die GBAG weiterhin an ihren sehr ungünstiger langfristigen Liefervertrag für Rohöl mit der Mobil-Oil gebunden.

Neuer Stil der VW-Hauptversammlung

Zum erstenmal in der Geschichte des Volkswagenwerks als "Volksaktiengesellschaft" werden die zur Hauptversammlung erscheinenden Aktionäre nur Besichtigung des Werkes aufgefordert. Dazu wird die Versammlung für einige Zeit unterbrochen. Andere Unternehmen pflegen derartige Besichtigungen vor oder nach der Hauptversammlung stattfinden zu lassen, damit erstens ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den einzelnen Tagesordnungspunkten erhalten bleibt und zweitens jene Aktionäre, die nicht an einer Betriebsbesichtigung interessiert sind, keine Zeit verlieren.

Keine Gratisaktien bei Beiersdorf

Die P. Beiersdorf & Co. AG, Hamburg, erhöht für 1964 ihre Dividende von 17 auf 18 Prozent. Die Börse ist über diese "schlichte" Aufstockung enttäuscht, denn sie hatte Gratisaktien erwartet. 1960 gab es solche im Verhältnis 2:3(!) und 1963 im Verhältnis 5:2. Die Aktionäre können sich also kaum beklagen. Unzufriedenheit wäre allenfalls im Hinblick auf die Kursentwicklung der Beiersdorf-Aktien angebracht, die am Jahresende 1964 noch mit 1020 Prozent gehandelt wurden und jetzt auf 850 Prozent zurückgefallen sind. Diese Reduzierung hat nicht ihren Grund in der Geschäftsentwicklung des Unternehmens, sondern in der grundsätzlichen Umbewertung der Aktien, deren Kurse sich zur Zeit weniger am Wachstum, sondern an der Dividendenrendite orientieren.

Reprivatisierung