Die „Testwahlen“ im Saarland brachten der CDU einen knappen Vorsprung vor einer erheblich gestärkten SPD und einer beträchtlich geschwächten FDP. DieAnkündigung von Kommunalwahlen in der Sowjetzone wurde verbunden mit dem Hinweis auf die Möglichkeit von „Kandidaten-Streichungen“ nach dem polnischen Modell. Willy Brandt und Walter Ulbricht äußerten sich mäßigend zur Krisengefahr in Berlin. Altkommunist Otto Winzer trat in Ostberlin die Nachfolge des aus Gesundheitsgründen abberufenen Außenministers Lothar Bolz an. Gaston Deferre verzichtete auf die Kandidatur gegen de Gaulle.

Die Königin der Niederlande gab die Verlobung der Kronprinzessin Beatrix mit dem deutschen Diplomaten Claus von Arnsberg bekannt. Die Bundesregierung suchte in Israel um das Agrément für Rolf Pauls als Botschafter nach. Der von einer Vorführung beim Cannes-Festival ausgeschlossene Film „Das Haus in der Karpfengasse“ wurde auf der „Berlinale“ bei der Verleihung der Bundesfilmpreise fünfmal mit Gold ausgezeichnet. Bundeskanzler Ludwig Erhard distanzierte sich in Bamberg von den antisemitischen Anschlägen der jüngsten Zeit. Wegen Verbreitung eines falschen Welt- und Menschenbildes rügte Joseph Kardinal Frings die modernen Massenmedien.

Stefan Kardinal Wyszynski bezeichnete in Allenstein den Besitz der polnischen „Westgebiete“ als unwiderruflich. Beim Abschluß seines Bonn-Besuches lud der rumänische Forstminister Mihail Suder den Bundeswirtschaftsminister Kurt Schmücker nach Bukarest ein. Der im Berufungsverfahren weithin rehabilitierte jugoslawische Schriftsteller Mihajlo Mihajlov drohte mit einer Klage gegen ausländische Verleger wegen unberechtigten Nachdrucks der ihm zur Last gelegten Artikelserie. Jugoslawien wertete den Dinar ab. Einen Teil des in Kanada gekauften Weizens ließ die Sowjetunion nach Ägypten umleiten.

Die Wachablösung in Algerien erzwang eine Verlegung der afro-asiatischen Konferenz auf den November. Die für Ende Juli in Algier angesetzten Weltjugend-Festspiele wurden abgesagt und nach Sofia verlegt. Die südvietnamesische Regierung brach die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich ab. Der Krieg mit Waffen und mit Worten nahm in Südvietnam an Heftigkeit zu. Zum erstenmal wurde in Saigon ein amerikanischer Westpoint-Offizier wegen Befehlsverweigerung vor ein Kriegsgericht gestellt, Die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der UN-Gründung in San Franzisko endeten mit einem scharfen Rededuell zwischen dem Amerikaner Adlai Stevenson und dem Russen Nikolai Fedorenko.

Wegen Beschlußunfähigkeit mußte der Bundestag eine Debatte über die Ausgabe weiterer VEBA-Aktien vertagen. Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe begann ein Verfahren zur Frage der Parteienfinanzierung. Der Deutschland-Besuch der britischen Königin wurde in London mit 380 000 DM zu Buche genommen. Die Bundesregierung hat England eine Devisenhilfe von 1,3 Milliarden Mark bis März 1967 zugesagt. Gegen Neuwahlen in diesem Jahr wandte sich der britische Premierminister Harold Wilson. Aus Protest gegen die Ordensverleihung an die Beatles haben mehrere hundert britische Ordensträger ihre Auszeichnungen zurückgeschickt.

Mit einem 8:0-Sieg von Bayern München über Tennis Borussia Berlin brachte die bayrische Hauptstadt einen zweiten Verein in die Bundesliga. Hertha BSC beschuldigte mehrere Bundesligavereine unter Nennung von Namen und Summen unlauterer finanzieller Machenschaften,

Fünfzig Prozent der Anteile des Constantin-Filmverleihs übernahm das Haus Bertelsmann. In einen Finanzskandal wurde die brasilianische Filiale des Mannesmann-Konzerns verwickelt. Ex-Chefsekretärin und Eigernordwond-Bezwingerin Daisy Leidig-Voog wurde in München wegen Unterschlagung nebst Betrug und Untreue zu neun Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Nach 28 Erpressungsversuchen an westdeutschen Millionären wurde ein 45jähriger Düsseldorfer Immobilienmakler verhaftet. Bei einer demoskopischen Untersuchung ergab sich ein Rückgang des Glaubens an eine deutsche Weltgeltung. Das erste in Deutschland geborene Gorilla-Baby kam in Frankfurt zur Welt.