Wir wollen darauf verzichten, in unserem Wahlkampf die Blechtrommel zu rühren... Ich kann die unappetitlichen Entartungserscheinungen der modernen Kunst nicht mehr ertragen. Da geht mir der Hut hoch.

(Bundeskanzler Ludwig Erhard auf dem Landesparteitag der baden-württembergischen CDU am 29. Mai 1965 in Ravensburg)

Heute von entarteter Kunst zu sprechen, Herr Erhard, heißt allen, die während der Nazizeit litten, abermals ins Gesicht zu schlagen. Haben Sie doch Schamgefühl, Herr Erhard, wenn Sie schon keinen Kunstverstand und keine Einsicht haben.

(Günter Grass auf seiner Wahlkampf reise für die Es-Pe-De in Hamburg am 6. Juli 1965)

Neuerdings ist es ja Mode, daß die Dichter unter die Sozialpolitiker und die Sozialkritiker gegangen sind. Wenn sie das tun, das ist natürlich ihr gutes demokratisches Recht, dann müssen sie sich aber auch gefallen lassen, so angesprochen zu werden, wie sie es verdienen, nämlich als Banausen und Nichtskönner, die über Dinge urteilen, von denen sie einfach nichts verstehen. Ich habe keine Lust, mich mit Herrn Hochhuth zu unterhalten über Wirtschafts- und Sozialpolitik, um das einmal ganz deutlich zu sagen und das Kind beim Namen zu nennen. Ich würde mir auch nicht anmaßen, Herrn Professor Heisenberg gute Lehren über Kernphysik zu erteilen. Ich meine, das ist alles dummes Zeug. Die sprechen von Dingen, von denen sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Sie begeben sich auf die Ebene, auf die parterreste Ebene eines kleinen Parteifunktionärs und wollen doch mit dem hohen Grad eines Dichters ernst genommen werden. Nein, so haben wir nicht gewettet. Da hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine Pinscher an.

(Bundeskanzler Ludwig Erhard vor dem Wirtschaftstag der CDU/CSU in Düsseldorf am 9. Juli 1965)

Vielleicht ist der Pinscher nicht der Hundetyp, der Ihnen, Herr Bundeskanzler, zusagt; aber es liegt auf der Hand, daß es keinem unserer Schützlinge je eingefallen wäre oder einfiele, eine ehrwürdige Gestalt der Kirchengeschichte zu verleumden oder gar die Stellung des Arbeitnehmers in unserem Staat negativ zu beurteilen. Eine solche Gemüts- und Geisteshaltung ist dem deutschen Pinscher vollkommen fremd Er hat die deformierte Gesellschaft bejaht, er bejaht voll die formierte Gesellschaft und wird noch die chloroformierte Gesellschaft bejahen.