Die Bundesbahn wirbt eifrig mit Sonderfahrten zur Internationalen Verkehrsausstellung (IVA) nach München. Große Touristikunternehmen (Scharnow und Touropa) bieten von ihren Ferienzentren in Süddeutschland täglich "bequeme und gar nicht teure Exkursionen zur IVA an. Jeder Urlauber, der im Süden Ferien macht, sollte für einen Tag wenigstens Münchens Verkehrsschau aufsuchen, so wird geworben. Lohnt sich’s nun, auf Münchens Theresienwiese Station zu machen? Für Experten des Verkehrs gewiß, und die täglichen Fachtagungen beweisen es. Nur, der Laie steht staunend (und schließlich ärgerlich) vor soviel Technik (aufgereiht wie auf der Hannover-Messe), Schaubildern und Lehrfilmen. Man ergötzt sich zwar an der alten Lufthansa Ju, an einem Raumfahrtmodell und bewundert in der Touristik-Halle auf dem Libanonstand den Sarkophag des Königs Ahiram aus dem 13. Jahrhundert vor Christi. Aber genügen diese Attraktionen als Lockmittel für Sonderfahrten? Soll man deswegen jemand verleiten, den Urlaub zu unterbrechen? Wie dem auch sei, es gibt genügend Plätze auf der IVA, wo der müde und überforderte Wanderer sich niederlassen und sich bei Münchener Bier erholen (oder trösten) kann.