Feldzug der Liebenswürdigkeit, Kampagne der besonders herzlichen Aufnahme, Charta des guten Empfanges (unterzeichnet von über tausend Hotelbesitzern und Verkehrsbüros) – man ist in Frankreich energisch bemüht, aus dem Lande de Gaulles für den ausländischen Touristen auch ein Land des Lächelns zu machen. Mit militärischem Vokabular wie Feldzug, Kampagne und Charta, und mit allen Mitteln der Kavalierskunst wird der Tourist umworben: Er erhält eine kleine Blume, ein Fläschchen Parfüm, eine Broschüre und neuerdings ein Scheckbuch des Lächelns, auszustellen für das Hotel oder Restaurant, in dem der Gast am besten empfangen wurde. Dem Paris-Reisenden wird außerdem ein Stadtplan überreicht, auf dessen Rückseite neben den wichtigen Adressen die alten und neuen Franc-Stücke abgebildet sind. Die beliebten Franc-Schwindeleien, mit denen Neuankömmlinge geneppt werden, sind somit beinahe ausgeschlossen. An Einfällen mangelt es dem Verkehrsministerium offensichtlich nicht, den Ausländer freundlich zu umwerben. Endgültig verführt wäre dieser aber erst, wenn Frankreich nicht ein liebenswürdiges, sondern auch ein billigeres Reiseland würde. he