Die Turnus-Sonderzüge der großen Reiseunternehmen – nicht hingegen die regulären Züge – werden in den nächsten Wochen über achtzehn Speise- und Vorratswagen des neuesten Typs verfügen. Kürzlich wurde der erste von der Bundesbahn zur Verfügung gestellte und von den Reiseunternehmen vorfinanzierte Wagen dieser Art – mit 27,5 Metern der längste der Welt – auf der Strecke Hamburg–Riviera–Hamburg eingesetzt. Durch gelungene Abkommen mit der ISG, der Internationalen Schlafwagen-Gesellschaft, rollen diese Speisewagen zunächst auf großen Auslandsstrecken,

Der Speisewagen hält für 1000 Personen in fünfzehn Wagen das Frühstück bereit. Pagen servieren es den Sonderzuggästen auf Wunsch im Abteil, ebenso andere Mahlzeiten, vorläufg allerdings nur kalte Gerichte, jedoch zum Beispiel warme Würstchen und Eierspeisen eingeschlossen. Für später sind auch warme Menüs in der Art des Bordservice in Flugzeugen vorgesehen. Aber der Wagen verfügt auch über 30 Plätze für Gäste, die später frühstücken oder außer der Reihe etwas essen und trinken wollen. Bisher war es immer wieder zu ärgerlichen Szenen gekommen, wenn Hunderte von Gästen danach strebten, in dem winzigen Küchenwagen zu ihrem Frühstück zu kommen.

Die Reiseunternehmen, wie Touropa und Scharnow, hoffen auch durch diesen Service die Sonderzugreisen wieder attraktiver zu machen und noch in weiter Zukunft mit diesen billigen Reisen Erfolg zu haben. Vor ein, zwei Jahren erlitt dieses gut eingeführte Reisegeschäft einen Rückschlag – als immer mehr Reisende auf das eigene Auto umstiegen und so die billigste und bequemste Reisemöglichkeit gefunden zu haben glaubten. Inzwischen hatte schon die Propagierung ungewöhnlich billiger Ziele – zum Beispiel Unterkünfte für sieben Mark in Loret del Mar (Costa Brava) in der Vorsaison –, dazu das Angebot von nur drei Betten im geteilten Liegewagenabteil (statt sechs) gegen einen Aufpreis und die Einführung der neuen Kunststoffdecken dazu beigetragen, den Rückschlag, den die Organisatoren der Turnus-Sonderzugreise erlitten, aufzufangen.

Der neue Speisewagentyp ist ein Einfall der Reiseunternehmer, der der Bundesbahn zugute kommen wird, weil er geeignet ist, die Sonderzugreise angenehmer zu machen und dadurch wieder mehr Gäste zu gewinnen. Unter den Urlaubern, die aus Sparsamkeit eine Sonderzugreise wählen, werden jene, die gern im Zug essen, die gelegentlich ihren Abteilgenossen entfliehen wollen, die vielleicht Frühaufsteher sind oder gern später frühstücken, jene, die nicht jeden Groschen noch einmal umdrehen müssen und sich bisher über den noch mangelhaften Service der Sonderzüge geärgert haben, in den neuen Speisewagen die Erfüllung ihrer Wünsche finden, -dt