Athen glich auch in den letzten Tagen einem brodelnden Vulkan. Im von der Polizei abgeschirmten Parlamentsgebäude auf dem "Platz der Verfassung" kam es zwischen Abgeordneten zu Schlägereien, die erst durch das Eingreifen von Sicherheitsbeamten beendet werden konnten. Der von König Konstantin eingesetzte Ministerpräsident Novas bemühte sich vergeblich um eine Mehrheit im Parlament.

Über die Hintergründe der Papandreou-Krise sind weitere Einzelheiten bekanntgeworden. Während die griechische Armee erklärte, Papandreous Sohn Andreas sei als Koordinationsminister im Kabinett seines Vaters nicht in die "Aspida"-Affäre verwickelt gewesen, wurde von Regierungskreisen mitgeteilt: Andreas habe von der Universität Kalifornien hohe Geldzuwendungen erhalten.

Zur gleichen Zeit berichtete das Verteidigungsministerium über einen Telephonabhör-Skandal. Als Premierminister habe Papandreou den Zentralen Nachrichtendienst KYP beauftragt, die private Telephonleitung des ehemaligen Verteidigungsministers Garoufalies und des Heeres-Generalstabschefs Gennimatas anzuzapfen.

Die Krise in Athen hat auch einen verschworenen Feind der Königinmutter Friederike auf den Plan gerufen: Prinz Peter von Griechenland, der in der Thronfolge an dritter Stelle rangiert. Er beschuldigte Friederike, an dem ganzen Dilemma schuld zu sein. Sie habe diee Königsfamilie und die Krone kompromittiert. "Im Interesse der Erhaltung der gekrönten Demokratie in Griechenland muß Friederike gehen." Der Prinz bot sich sogleich selber als "demokratische Alternative" an. Chancen hat er freilich nicht.