Mit einigem Erfolg sind etwa 100 Vertreter von drei amerikanischen Investment-Gesellschaften auf dem deutschen Sparer-"Markt" tätig. Die Amerikaner halten das Investmentsparen in der Bundesrepublik für unterentwickelt. Für die Vertreter der amerikanischen Verkaufsgesellschaften scheint ihre Tätigkeit finanziell durchaus interessant zu sein. Auf einer Pressekonferenz der Adig Allgemeine Deutsche Investment-GmbH, München–Düsseldorf, schätzte man die monatlichen Provisionseinnahmen eines Vertreters auf 4000 bis 6000 Mark. Natürlich wenden sich die amerikanischen Fonds nicht an den "kleinen Sparer", sondern an solche Leute, die über genügend Mittel verfügen, um das Risiko einer Anlage im Ausland tragen zu können. Die Amerikaner verkaufen auch nicht einzelne Fonds-Anteile, sondern sogenannte "Sparpläne", in denen sich der Interessent verpflichtet, während eines Zeitraums von 10 bis 12 Jahren eine bestimmte Summe in Fondsanteilen zu sparen. Die Adig ist jetzt zum Gegenangriff angetreten. Bei ihr kann man jetzt ähnlich Geld anlegen wie bei den US-Fonds.

In den Werbeschriften und Verkaufsgesprächen der US-Fonds wird als Hauptargument stets der Erfolg in der Vergangenheit angeführt. Es wird vorgerechnet, was jemand verdienen konnte, wenn er vor 10 Jahren mit dem Sparplan begonnen und regelmäßig Einzahlungen geleistet hätte. Dabei kommen dann verblüffend hohe Gewinne zustande. Aber war das nur bei US-Fonds der Fall?

Die Adig hat für ihren Fonds Fondak (deutsche Aktienwerte) ausgerechnet, was zu erreichen war, wenn in der Zeit vom November 1950 (Gründung des Fonds) bis Dezember 1964 monatlich 100 DM auf ein Fondak-Konto eingezahlt worden wären. Dabei ging man davon aus – ebenso wie bei den US-Fonds –, daß Ausschüttungen sofort wieder in Zertifikaten angelegt worden sind. Die Rechnung sieht so aus: Einzahlung des Sparers 17 000 Mark, Wertsteigerung (durch Verzicht auf Ausschüttungen und Kursgewinne) 49 510,72 Mark, also Wert der Anlage am 31. Dezember 1964: 66 510,72 Mark. Das sind Zahlen, die sich durchaus mit den US-Fonds vergleichen lassen.

Ab sofort kann der Sparer jetzt auch über den Adig-Fonds nach "Plan" sparen. Das ist zwar nichts Neues, denn es gab schon bisher das sogenannte "Teilhabesparen". Hier werden genau wie bei dem Sparen nach Plan (die Adig nennt ihr System: Aufbaukonto) regelmäßig Beträge auf ein Konto eingezahlt, aber die Erträge nicht automatisch zu Wiederanlage verwandt. Beim Aufbaukonto kann der Sparer regelmäßig oder unregelmäßig Beträge in beliebiger Höhe überweisen. Sie werden dann in Zertifikate umgerechnet (es werden auch Bruchteile von Zertifikaten gutgeschrieben).

Das Aufbaukonto kann mit einer Lebensversicherung gekoppelt werden. Dann ist der Sparer allerdings an die Einhaltung einer vorher festzusetzenden monatlichen Sparleistung gebunden, weil die Lebensversicherung beim Tod des Sparers nur die Summe auszahlt, die vom Sparer noch bis zur Vertragserfüllung hätte eingezahlt werden müssen.

Äußerlich sind gegenüber den US-Sparplänen kaum Unterschiede festzustellen. Aber auf etwas, meine verehrten Leser, möchte ich Sie aufmerksam machen. Beim Abschluß des Sparvertrages mit einem US-Fonds müssen Sie die Spesen von etwa 8,5 Proz. (berechnet auf die Vertragssumme) in relativ kurzer Zeit zahlen. Meist in den ersten beiden Jahren. Das bedeutet, daß Sie zunächst einmal mit ihren Sparleistungen nur die Unkosten decken. Selbstverständlich sind Sie später nicht gezwungen, ihre Sparverpflichtungen einzuhalten; sie können unregelmäßig einzahlen oder überhaupt darauf verzichten. Nur müssen Sie immer daran denken, daß Sie auch Spesen auf die nichteingezahlten Beträge gezahlt haben.

Das ist beim Adig-Aufbaukonto anders. Die An- und Verkaufskosten betragen bei den meisten Adig-Fonds 3,2 Prozent. Sie werden nur berechnet, wenn tatsächlich Ein- oder Auszahlungen erfolgen.