Interessierte Kreise möchten uns einreden, eine allgemeine Erhöhung der Gütertransporttarife sei die Patentlösung für die Misere, in die außer der Bundesbahn auch manche kleineren Unternehmen des Güternahverkehrs auf der Straße und in der Binnenschiffahrt geraten sind. Gleich nach der Wahl, so kann man Zweckinformationen entnehmen, müßten das neue Bundeskabinett und die frisch gewählten Abgeordneten die Transportpreise erheblich anheben. Zum Glück für alle, die auf Transportraum angewiesen sind, können Regierung und Bundestag auf solche Behauptungen getrost antworten, daß Preissteigerungen die Schwierigkeiten vielleicht überdecken, aber nicht beseitigen können.

Was helfen, um ein Beispiel zu nennen, den Rheinschiffern höhere Tarife, wenn ihre Kunden zur ausländischen Konkurrenz abwandern? Vermutlich würden höhere Preise den günstiger anbietenden Holländern am meisten nützen.

Die Zahl der neu in Auftrag gegebenen Binnentanker steht im Widerspruch zu den Rohrleitungen von der Nordsee nach Süddeutschland, die fertig, im Bau oder geplant sind. Der Überhang an Laderaum auf dem Rhein nimmt durch diese Leitungen, die sich nicht nur für den Öltransport eignen, noch zu.

Mögen diese Zukunftsperspektiven bei manchem Verkehrsunternehmer auch die Sehnsucht nach dem dreißigjährigen System der Kontingente und Festpreise, das bis vor vier Jahren gültig war, verstärken; es ist unwiederbringlich dahin. Wer sich behaupten will, muß sich den Änderungen anpassen – was übrigens durchaus im volkswirtschaftlichen Interesse liegt. sm