Mit einer entschiedenen Absage Bundeskanzler Ludwig Erhards und des geschäffsführenden Vorsitzenden Josef-Hermann Dufhues an eine künftige "Große Koalition" eröffnete die CDU den Wahlkampf. Zwischen dem CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und Erich Mende kam es wegen der Wahlkampf-Illustrierten der FDP zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Nach dem Sturz der Regierung Athanasiades-Novas mußte auch Stephanos Stephanopoulos dem griechischen König sein Mandat zur Kabinettsbildung zurückgeben.

In Berlin begann eine neue Runde in den Verhandlungen über die Ausgabe von Passierscheinen. In Ost-Berlin verurteilte und auf Bewährung freigelassene "Fluchthelfer" wurden nach West-Berlin abgeschoben. Grenzsoldaten der DDR beschossen auf der Elbe bei Lauenburg ein westdeutsches Vermessungsschiff.

Zwischen dem sowjetischen Delegationschef Semjon Zarapkin und dem Bonner Abrüstungsbeauftragten Swidbert Schnippenkötter wurde am Rande der Genfer Abrüstungskonferenz eine Unterredung vereinbart. Abgesandte der DDR ließen in Genf ein Abrüsfungsmemorandum vorlegen. Argentinien beschwerte sich über "Nicht-Aufzählung" in einer amerikanischen Liste potentieller Atombomben-Hersteller. Am 20. Jahrestag der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki wurde Japan von einem verheerenden Taifun heimgesucht. Bei einem Brandunglück in einem unterirdischen Bunker für die interkontinentale "Tifan ll"-Rakete kamen in Arkansas 53 Arbeiter ums Leben.

Der Vietcong hat angesichts der amerikanischen Truppenverstärkungen Nordvietnam offiziell um Hilfe ersucht. Die US-Industrie ließ Anzeichen für eine begrenzte Umstellung auf Kriegsproduktion erkennen. Der französische Kultusminister André Malraux überbrachte dem chinesischen Parteichef Mao Tse-tung einen Brief Charles de Gaulles. Bei einem Seegefecht in den Gewässern vor Formosa wurden drei "rol"-chinesische und zwei nationalchinesische Schiffe versenkt. Die Indonesier starteten erstmals eine Forschungsrakete in den Weltraum. Als selbständiger Stadtstaat ist Singapur aus der malaysischen Föderation ausgeschieden.

Die israelische Regierung erklärte sich zu Entschädigungszahlungen für deutschen Besitz im ehemaligen britischen Mandatsgebiet Palästina bereit. Im Kairoer Spionageprozeß wurde gegen die Eheleute Wolfgang und Waltraud Lotz die Todesstrafe beantragt. Der Schmier-Attentäter von Bamberg legte ein Geständnis ab. Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnete in feierlicher Zeremonie das Gesetz über das Wahlrecht der farbigen US-Bürger.

Ein von der Bundesrepublik gestiftetes Fernsehstudio wurde In Neu-Delhi fertiggestellt, Zur Hife in deutschen Krankenhäusern kamen dreißig junge Mädchen aus dem südindischen Staat Kerala in die Bundesrepublik. Fast dreihunderttausend Gastarbeiter reisten im ersten Halbjahr 1965 neu in das Bundesgebiet ein. Die Arbeitslosenzahl in der Bundesrepublik erreichte den tiefsten Stand seit der Währungsreform. Bei Werften in Kiel und Bremen gab die Esso zwei Riesentanker in Auftrag. In Hamburg wurden Gespräche über eine Werften-Fusion aufgenommen. Die Essener Firma Fried. Krupp vereinbarte mit Ungarn eine Zusammenarbeit beim Bau von Werkzeugmaschinen. Die Produktionsziffern in der französischen Automobil-Industrie gingen leicht zurück. Gerüchte über eine Pfundabwertung wurden in London kolportiert und dementiert.

Für 50 Millionen Dollar bestellte die Sowjetunion Weizen und Weizenmehl in Kanada, Für den Deutschen Bauern-Verband erklärte Präsident Edmund Rehwinkel im Falle der befürchteten Mißernte einen Verzicht auf Entschädigungen aus öffentlichen Mitteln, In Italien und Spanien hatte eine Hitzewelle ausgedehnte Waldbrände im Gefolge. Vor Hörnum auf Sylt ließen bei einem Badeunglück drei Kinder und die Sekretärin eines Kinderheimes ihr Leben. Auf der Kommandobrücke der "Bremen" erlag Kapitän Rössing einem Schlaganfall.