Wie weit die deutsche Gefälligkeitspolitik die Gemüter des Volkes bereits verwirrt hat, zeigt folgende wahre Geschichte: Am Schalter einer Hamburger Bank erschien am – Tage der VEBA-Börseneinführung ein altes Mütterchen, das sich über den Empfang einer Abrechnung über zwei VEBA-Aktien beschwerte. Sie habe, so gab sie zu, diese beiden Aktien zwar gezeichnet, aber nur deshalb, weil "man" ihr gesagt habe, sie brauche darauf nur die fällig werdenden Depotgebühren bezahlen. Daß man auch die beiden Aktien kaufen müsse, davon wäre nie die Rede gewesen, denn – so meinte die alte Dame – die VEBA-Aktien wären doch Wahlgeschenke der Regierung. Und für Geschenke zahle man doch nichts.

Als ihr der Mann am Bankschalter dann klarmachte, daß zwar keine Depotgebühren fällig würden, aber dafür die Aktien mit je 210 Mark bezahlt werden müßten, lautete die energische Antwort: "Sofort wieder verkaufen!" Das wurde dann zum Preis von 226 Mark je VEBA-Aktie gemacht. So kehrte unser Mütterchen zwar nicht mit 420 Mark als Wahlgeschenk heim, aber doch mit etwas über 30 Mark. Wen sie wohl wählen wird? kw