Eine halbe Milliarde Mark mehr Steuern

Mit 43,4 Milliarden Mark waren die Steuereinnahmen von Bund und Ländern in der ersten Jahreshälfte 1965 um 7,6 Prozent höher als in der gleichen Vorjahreszeit. Am stärksten zugenommen haben die Mineralölsteuer (+38 Prozent), die Kapitalertragssteuer (+12,5 Prozent), die Umsatzausgleichssteuer (+ 12,3 Prozent) und die Tabaksteuer (+11,5 Prozent). Dagegen sanken die Zolleinnahmen um 16,2 Prozent.

Noch nie so wenig Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik betrug Ende Juni im Bundesdurchschnitt nur noch 0,4 Prozent und war damit so niedrig wie noch nie. Am niedrigsten ist sie weiterhin in Baden-Württemberg (0,1 Prozent). Mit einer Arbeitslosenquote von 0,4 Prozent folgen die Landesarbeitsamtsbezirke Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, mit 0,5 Prozent folgen Schleswig-Holstein, Hamburg, Südbayern, während 0,6 Prozent Arbeitslose in Niedersachsen, Bremen und Nordbayern gezählt wurden. Am höchsten ist die Arbeitslosenquote in Berlin mit 0,8 Prozent.

Schneller als die Produktivität

In den wichtigsten Industrieländern Europas ist der durchschnittliche Stundenverdienst seit 1960 erheblich schneller gewachsen als die Produktivität. In der Bundesrepublik stiegen die Löhne von 1960 bis 1963 3,3mal so schnell wie die Produktion. In England betrug die Zuwachsrate der Löhne gegenüber der Produktion das 2,8fache, in Frankreich das 2,1 lache und in Italien das 1,8fache. Dagegen blieben die Löhne in den USA gegenüber der Produktionssteigerung leicht zurück.

Hoher Bedarf an Sozialinvestitionen