FÜR die Freunde und Gegner, die Bewunderer und die Verächter des zur Zeit berühmtesten deutschen Schriftstellers –

Kurt Lothar Tank: "günter grass"; Köpfe des XX. Jahrhunderts 38, Colloquium Verlag, Berlin; 87 S., 5,50 DM.

ES ENTHÄLT eine Darstellung des bisherigen Gesamtwerks von Günter Grass, eine Handschriftenprobe und eine Zeichnung dieses jüngsten Ehrendoktors der deutschen Gegenwartsliteratur und schließlich eine nützliche Zeittafel.

ES GEFÄLLT, weil Tank klar und logisch schreibt, weil seine Monographie übersichtlich gegliedert ist und weil er es vor allem darauf abgesehen hat, seine Leser sorgfältig und sachlich zu informieren. Mit gutem Grund beschäftigt er sich eingehend mit den weniger bekannten Arbeiten des "Blechtrommel"-Autors – mit den zwar erfolglosen, doch sehr bezeichnenden dramatischen Versuchen und insbesondere mit der Lyrik, die, so glaubt der Monograph, noch ihrer Entdeckung harre und in der die Grundelemente des Grass’schen Werks "am reinsten, am besten übersehbar" seien. Tank bietet eine Fülle von Zitaten, auch aus entlegenen Quellen, und führt aufschlußreiche Äußerungen von Grass aus Interviews und Vorträgen an. Obwohl die letzten beiden, eilig skizzierten Kapitel (über "Katz und Maus" und die "Hundejahre") etwas dürftig geraten sind, eignet sich das Ganze als populäre Einführung in das Grass-Werk – zumal Tanks Liebe zu dem Objekt seiner Betrachtung nicht blind ist. M. R.-R.