Fast hundert braungebrannte Urlauber kehrten in diesen Tagen von einer ungewöhnlichen. Urlaubsreise nach Norwegen zurück. Ein Kölner mit 36jähriger Camping-Praxis drückte sich drastisch so aus: „Vun mir us künnese d’r Vierwaldstädtersee zuschütte!“ Der Gau Hansa des ADAC hatte zu dieser „Wikingerfahrt 1965“ aufgerufen. Allein hätte es kaum einer der Teilnehmer gewagt, eine so weite und in so dünn besiedelte Gegenden führende Campingreise zu unternehmen; ein Arzt und ein Automechaniker in der Gruppe gaben ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Der Norwegische Automobil-Verband (NAF) hatte die Campingplätze so ausgewählt, daß die längste Tagesetappe 280 Kilometer betrug. „Wir wollten ja Ferien machen und keine Zerreiß-Prüfungen veranstalten“, sagte der Initiator der Reise, Dr. Rolf Gnekow aus Hamburg. Die meisten der 44 Wagen – davon zwei mit Wohnwagenanhänger – fuhren unerwarteten Erlebnissen entgegen: Polartaufe mit Schnee; strahlend-helle Mitternachtssonne am Nordkap, das sonst fast immer in dichten Nebel gehüllt ist; dazu die überraschend gute Straße, die E 6 nach Hammerfest. Sie ist in den letzten Jahren teilweise neu trassiert worden, wobei Kurven begradigt und Brücken gebaut wurden. Vor und nach größeren Ortschaften ist die E 6 kilometerweit asphaltiert und mit gelben Leitlinien versehen; auf den Abschnitten mit Kiesdecken gibt es mit Ausnahme der letzten 200 Kilometer keine Schlaglöcher. An vielen Stellen waren Vorbereitungen für neue Verbesserungen im Gange. Selbst mit dem Anhänger war die Fahrt niemals problematisch. Erfahrungen und Erlebnisberichte dieser ersten ADAC-Wikingerfahrt sollen zu einer Broschüre zusammengefaßt werden v. h.