Vor kurzem lag der lindgrüne Luxusdampfer "Caronia", 34 172 Bruttoregistertonnen groß, aus der Flotte der Cunard-Linie, zu der auch die Fahrgastschiffe "Queen Mary" und "Queen Elizabeth" gehören, für zwei Tage in Hamburg an der Übersee-Brücke. Für die 700 meist englischen und amerikanischen Passagiere der "Caronia" war Hamburg eine der letzten Stationen auf einer Weltkreuzfahrt, die sie in 96 Tagen durch 18 Häfen, in zwölf Länder und an fünf Kontinenten vorbeigeführt hatte. Billigster Preis: 11 600 Mark; teuerste Passage: 22 000 Mark für eine Erste-Klasse-Suite. Um das Wohl der 700 waren fast ebensoviel Besatzungsmitglieder besorgt, mit dem Auftrag, den Passagieren jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Machtlos waren aber auch sie gegen den Hamburger Bindfadenregen. Ein Teil der Weltenbummler verbrachte den Aufenthalt in der Bundesrepublik denn auch an Bord in der Lounge – old-fashioned, an der Stirnseite das lebensgroße Ölbild von Königin Elisabeth II. und Prinzgemahl Philip – spielten Bridge, schrieben Postkarten von der Reeperbahn mit Greetings from Germany oder schlummerten ein wenig vor dem künstlichen Kaminfeuer.

Was aber wurde jenen Kreuzfahrern angeboten, deren Unternehmungslust durch den Regen nicht zu bremsen war? Welches Programm empfiehlt der Vergnügungsmanager eines Luxusdampfers für einen Zwei-Tage-Aufenthalt in der Bundesrepublik? Die Reisenden hatten die Wahl zwischen drei Landausflügen: Der erste ging in die Lüneburger Heide, der zweite nach Lübeck und Travemünde, und der dritte – "speziell für junge Leute" – war ein Trip nach Berlin in die Mauer. That’s Germany. NG