Die Militärjunta unter Brigadegeneral Antonio Imbert Barrera, die seit einigen Monaten den größten Teil der Dominikanischen Republik beherrscht, geriet in Geldnot. Plötzlich hatte die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) ihre Zahlungen für Imberts Soldaten und Beamten eingestellt. Seit der Landung amerikanischer Truppen hatten die USA über die OAS bereits 17 Millionen Dollar dafür ausgegeben. Nur die rebellischen „Konstitutionalisten“ unter Oberst Francisco Caamano Deno, die in der City von Santo Domingo eingeschlossen sind und die Banken besetzt haben, hatten auf Almosen verzichtet.

Mit der Zahlungsverweigerung wollten die USA dem Regime der Generale die Daumenschrauben anlegen. Imbert sollte endlich einem neuen Friedensvorschlag der drei OAS-Vermittler zustimmen. Nach diesem Plan sollten General Imbert und Oberst Caamano zugunsten einer provisorischen Regierung unter dem früheren Außenminister Hektor Garcia Godoy zurücktreten. Godoy, der bei allen Parteien wohlgelitten ist, soll die Republik für sechs bis neun Monate regieren, bis unter Aufsicht der OAS allgemeine Wahlen stattfanden.

Oberst Caamano war bereit, sich dem Befehl von Generalen unterzuordnen, gegen die er bisher gekämpft hatte. Er bestand jedoch auf der Entlassung mehrerer hoher Offiziere, die für die Bombardierung Santo Domingos in den ersten Tagen der Revolution verantwortlich sind.

Aber das Regime Imberts verlangte ebenso hartnäckig, daß keiner der rebellierenden Offiziere in die Armee wiederaufgenommen werden dürfe. Der General wußte bereits, daß Freunde der Militärjunta und der mit ihnen sympathisierenden großbürgerlichen Kreise den Kurs der amerikanischen Regierung wieder ändern wollen. Aus menschlichen Gründen, so heißt es neuerdings in Washington, könne man dem Regime Imbert nicht das Geld vorenthalten. Zugleich gab der amerikanische OAS-Botschafter Ellsworth Bunker den Rebellen zu verstehen, daß keiner der von ihnen beanstandeten Generale seinen Posten verlassen würde.