Von Pinchas E. Lapide

Arad, eine der neu gegründeten, aus dem Nichts entstandenen Städte Israels, noch vor kurzem ein unbekannter Name in der Wüste Negev, ist auf dem besten Wege, Beersheba als Hauptstation zum Toten Meer zu entthronen. Nun, da die Straße vom Dorf Beit Kama nach der Stadt Arad fertiggestellt ist, können Reisende nach Massada Beersheba übergehen und ihr Ziel entweder von Tel Aviv oder Jerusalem aus in zwei Autostunden erreichen. Die Straße führt durch eine weit schönere Landschaft und ist leichter befahrbar als die zwar atemberaubende, aber alte Straße mit dem starken Gefälle nach Sodom, dem niedrigsten Punkt der Erde.

Sobald der Reisende Neve Zohar erreicht, wird er in dem Gefühl bestärkt, an den Ufern des Sees Tiberias zu sein und nicht am Toten Meer, denn am Ufer sind jetzt Badeplätze angelegt und Gasthäuser und Snack-Bars eröffnet worden. An der Küste entlang in nördlicher Richtung liegt zuerst das Gasthaus "Mifgash Zohar", das einen großen, kibbutzähnlichen Speisesaal hat, wo Hunderte von Reisenden mit einem reichlichen Essen in drei Gängen von vorbildlich gekleideten Kellnern erstklassig bedient werden. Der Unternehmer, ein gebürtiger Pariser, der die exzellente Küche überwacht, baut gerade neue Wohnblocks mit Badeeinrichtungen, die mit Klimaanlagen versehen sind, für jene Gäste, die die Mineralquellen des nahen Neve Zohar für ihre Gesundheit nutzen wollen.

Einen Kilometer weiter macht sich Hamei Zohar durch den Geruch seiner Schwefelquellen bemerkbar, ein Hafen in desolater Landschaft. Man kann hier das einmalige Gefühl genießen, mit Armen und Beinen auf der Wasseroberfläche zu sitzen, ohne zu sinken. Man sollte jedoch nicht hineinspringen, denn das scharfe Salzwasser ist schädlich für die Augen. Schwimmen sollte man höchstens eine halbe Stunde. Wer empfindliche Haut hat, läßt es besser ganz bleiben. Es Stelen ausreichend Duschräume zur Verfügung, das gründliche Duschen ist ein Muß.

Weitere drei Kilometer entfernt liegt Ein Bokek, ein Sanatorium, einfach, ohne Luxus, in dem Rheuma- und Hautkranke behandelt werden. Am Fuße der alten Felsenfestung, Massada, nur drei Kilometer abseits der Straße zum Toten Meer, wird ein neues Gasthaus gebaut. An vielen Häuserfronten läßt sich die traditionelle Geschicklichkeit drusischer Arbeiter in der Bearbeitung der Steine ablesen. Eines dieser Häuser wird demnächst als Museum dienen. Es überblickt ein römisches Ruinenfeld, an dessen Ende schon ein Snack-Kiosk auf die Touristen wartet.

Wenn man sich dem Toten Meer auf der Hauptstraße von Arad aus nähert, erblickt man in der Ferne eine riesige braune Felsenklippe, die eine halbe Meile lang und etwa 200 Meter breit ist und aus der Felsenkette, die sich an der israelischen Küste des Toten Meeres entlang zieht, herausgehauen worden ist. Das ist Massada (hebräisch: Festung), einst Schauplatz des bemerkenswertesten und tragischsten Kampfes um die Unabhängigkeit – es war der letzte Stützpunkt der Juden gegen die Römer. Der Untergang 73 nach Chr. bedeutete das Ende der Unabhängigkeit, bis 1948 das dritte jüdische Reich aufgebaut wurde.

Zum Meer hin fällt Massada 560 Meter steil ab; vor einem Jahr wurden Treppen in den Felsen gehauen. Besucht man den Ort, so lohnt es sich, die Stufen hinabzusteigen.