Eugen Kogon, Wolfgang Abendroth, Helmut Ridder, Heinrich Hannover, Jürgen Seifert: Der totale Notstandsstaat. Stimme Verlag, Frankfurt; 70 Seiten und vierzig Seiten Synopse; 3,40 DM.

Der Streit um die Notstandsgesetzgebung wird einen Teil des Wahlkampfes beherrschen, aber auch im kommenden Bundestag wieder aufleben. Wer über ihn ein Urteil gewinnen will, dem kann diese Broschüre nützlich sein. Wie sich schon aus den Namen der Autoren ergibt, ist das Büchlein eine geharnischte Kampfschrift gegen die Gesetzgebungspläne. Die Autoren bestreiten den Urhebern der Pläne nicht den Willen, die Demokratie zu retten, aber sie glauben, daß die Parlamentarier in Bonn nicht wissen, was sie tun. Der entscheidende Einwand der Autoren ist wohl der, daß die Entwürfe einen ganz anderen Staat konzipieren, als es der freiheitlichdemokratische Staat ist und daß es sich in Wirklichkeit keineswegs um eine vorübergehende Regelung handeln würde.

Besondere Anerkennung verdient der Anhang, der auf halben Druckbogen eine "Synopse" darbietet: Nebeneinander findet man die verschiedenen Entwürfe und schließlich die eigene Meinung Seiferts, eines der Autoren. Das ist höchst übersichtlich zusammengestellt und macht die qualvolle Geschichte der Entwürfe deutlich. P. P.