Was andere Länder, wie beispielsweise die Schweiz, der Bundesbahn schon lange vorexerzieren, will diese nun vom 1. September an auf ihren Bahnhöfen übernehmen: Die Bahnsteigsperre soll fallen. Zwar wird sie noch nicht auf allen Bahnhöfen verschwinden, jene in den größeren Städten mit einem intensiven Fern- und Nahverkehr sollen den kontrollierenden Beamten an der Sperre noch behalten. Für den Reisenden bedeutet die weggefallene Bahnsteigsperre: Seine am Schalter wie üblich gelöste Fahrkarte wird erst im Zug von einem kontrollierenden Beamten geknipst. Ein Schwarzfahren wird sich nicht lohnen. Nach einer neuen Verordnung, die ebenfalls vom 1. September an angewandt wird, muß der, der seinen nichtentwerteten Fahrtausweis dem Beamten nicht unaufgefordert vorzeigt, eine Gebühr von fünf Mark zahlen. Drastisch erhöht werden auch die Geldbußen. Wer ohne gültige Fahrkarte ertappt wird, muß den doppelten Fahrpreis für die von ihm zurückgelegte Strecke zahlen. Mindestens aber 20 Mark. Bisher waren es nur drei.

Das Nachlösen im Zug ist weiterhin möglich. Es muß jetzt ein Zuschlag von einer Mark zum Fahrpreis gezahlt werden.