Die Bundesrepublik gehört mehr als 60 internationalen Organisationen als Mitglied an, für die jährlich runde 600 Millionen Mark aus dem Bundeshaushalt als Beiträge aufgebracht werden müssen. Abgesehen von den Vorteilen für die Bundesrepublik, die sich aus der Mitgliedschaft ergeben, profitiert eine sehr kleine Gruppe von Menschen in ganz besonderem Maße.

Die deutschen Beamten, für die während ihrer Tätigkeit bei einer internationalen Organisation der Versorgungsfall eintritt, erhalten nicht nur von dieser Stelle, sondern auch noch vom Bund eine Pension. Zum Teil sogar von jeder Stelle 75 Prozent ihrer aktiven Dienstbezüge. Das ist natürlich eine feine Sache: keine Dienstpflichten zu haben und dabei bis zu 50 Prozent mehr zu verdienen als jemals während der aktiven Beamtentätigkeit. Für den Steuerzahler ist dies allerdings weniger erfreulich, denn nicht nur die an die internationalen Organisationen gezahlten Beiträge, sondern auch die normale Beamtenpension wird aus dem Bundeshaushalt bezahlt.

Angeblich sollen bis jetzt nur ganz wenige Fälle einer derartigen Doppelversorgung vorliegen. Auch wenn das zuträfe, so sollte das Innenministerium doch nichts unterlassen, was die Vermutung ausräumen könnte, daß es an der Korrektur des Beamtengesetzes nicht allzusehr interessiert sei. Minister Höcherl glaubte bisher, bei der Überlastung der Ausschüsse ein entsprechendes Änderungsgesetz nicht einbringen zu können. ehk