In einer turbulenten Schlußphase seiner Gesetzgebungsarbeit hat das Parlament die Krankenversicherungspflichtgrenze für Angestellte abermals angehoben und zwar ab 1. September 1965 auf 900 DM Monatseinkommen. Es ist dies die vierte Grenzkorrektur seit Kriegsende, so daß sich folgende Entwicklung ergibt:

Versicherungspflichtgrenze Index Preisindex

ab 1. 6.1949 375 DM 100 1950 = 100

ab 1. 9.1952 500 DM 133 110

ab 1.10.1957 660 DM 176 115

ab 1. 9. 1965 900 DM 240 138

Der Gesetzgeber folgt also nicht der Argumentation derer, die behaupten, daß nur die Teuerung Maßstab der Korrektur der Versicherungspflichtgrenze sein darf, daß hingegen die allgemeine Gehaltsentwicklung nur die Fähigkeit zur Selbstverantwortung stärkt. Wäre diese Argumentation durchgeschlagen, so dürfte die Versicherungspflichtgrenze heute allenfalls bei 550 Mark liegen. Das aber würde bedeuten, daß schon Berufsanfänger von vornherein auf die private Krankenversicherung verwiesen wären und in absehbarer Zeit die Ersatzkassen einen auslaufenden Bestand verwalten würden.