Seit langem hatten die amerikanischen Militärs in Südvietnam die Gelegenheit herbeigesehnt, die Vietcong in einer offenen Feldschlacht zu stellen.

Vorige Woche war es soweit: In der Nähe des US-Stützpunktes Danang, auf der Halbinsel Van Tuong, wurde ein Eliteregiment der Vietcong eingekesselt und vernichtet. Etwa 6 000 Marine-Infanteristen kämpften rund 2 000 Vietcong-Soldaten nieder.

Die erste Welle der "Marines" landete mit Sturmbooten, die zweite Welle rollte auf dem Landwege heran, die dritte wurde mit Hubschraubern abgesetzt. Mit 64 Tonnen Bomben, sechs Tonnen Raketen und vier Tonnen Napalm-Bomben wurden die weitverzweigten Stellungen der Vietcong eingedeckt.

Nach der Schlacht zählten die Amerikaner mehr als 600 gefallene Vietcong und über hundert Gefangene. Die Verluste der Marine-Infanterie waren ebenfalls hoch: 50 Tote und 165 Verwundete. Mit großem Respekt sprachen die jungen amerikanischen Soldaten von ihren Gegnern, denen sie einen so zähen Widerstand nicht zugetraut hatten.

Dieser erste große Erfolg der Amerikaner war mehreren glücklichen Umständen zu verdanken: Die Vietcong waren zwischen Bergen und Meer eingeklemmt; ihre Positionen und Stärken wurde verraten; die Amerikaner hatten außerdem den Vorteil der kombinierten Waffenwirkung von Marine und Luftwaffe.

Im Landesinnern sind die Vietcong viel schwerer zu fassen. Beim Einsatz eines eingeschlossenen Stützpunktes nahe der kambodschanischen Grenze wurden mehrere Bataillone eingesetzt, die fast nie Feindberührung hatten, sich ihrerseits aber nur ein paar Tage in dem Gebiet aufhalten durften. Nach ihrem Rückzug hinterließen sie "verbrannte Erde",

Wahrscheinlich infolge der hohen Verluste in den letzten Wochen ist der Vietcong überall zur Taktik der kleinen Überfälle zurückgekehrt. Die südvietnamesische Armee mußte auch in der letzten Woche wieder empfindliche Niederlagen hinnehmen. Ihr Kampfwert ist derart gesunken, daß die amerikanischen Berater angewiesen wurden, an Operationen der Verbündeten nicht mehr teilzunehmen.