Feuilleton

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DIE ZEIT

Große Koalition?

Man hört nichts mehr von dem leidigen Streit der Atlantiker und Gaullisten, jener beiden Gruppen, deren Meinungsverschiedenheiten lange Zeit die Unionsparteien CDU/CSU zu zerreißen drohte.

Canossa-Gang

Nasser läßt sich von seinem Volk als Friedensengel feiern. Aber was die Kairoer Presse als tollkühnes "Kommandounternehmen", als "Pilgerfahrt des Friedens" ausgab, jene aufregende Reise des Präsidenten an den Hof seines Gegenspielers, war in Wirklichkeit ein Canossa-Gang.

Holzschnitt und Holzhammer

Die meisten deutschen Kommentare zu dem amerikanischen Entwurf eines Vertrages über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen gehen an den eigentlichen Problemen präzis vorbei.

Zeitspiegel

Der Westberliner Journalist Herbert König, der unter dem Pseudonym Heinz Kersten schreibt, wurde von Ostberlin aus der Haft entlassen.

Der "Amerikaner" in Athen

Der König wünscht ihn weit weg. Am besten über den Atlantik. Von dort ist er gekommen, und dort würde ihn der Palast am liebsten heute noch sehen.

Falsche Melodie

Israels Außenminister Frau Golda Meir war sicher nicht der einzige, der sich über die ungewöhnlich nationalistischen Töne gewundert hat, mit denen Erich Mende in Diepholz auf die Demonstrationen einiger Hundert Israelis gegen Botschafter Pauls reagierte.

"Der Wahlkampf ist schon gelaufen"

Seit Freitag vergangener Woche sind die Straßen mit Wahlplakaten überschwemmt, die Fernsehsendungen der Parteien haben begonnen.

Haben wir noch ein Nationalgefühl?

Wie so oft war auch an diesem Abend der letzte Beitrag zur Diskussion der wichtigste. In der Forschungs-Gesellschaft für Publizistik in Frankfurt sprach Professor Elisabeth Noelle-Neumann.

"Sie arbeiten wie verrückt"

Der Krieg in Vietnam wirkt sich auf die sowjetische Wirtschaftspolitik aus. Das wachsende Engagement der USA hat den sowjetischen Generalen, die schon immer auf einer Forcierung der Schwer- und Rüstungsindustrie drängten, zusätzliche Argumente geliefert, und die Sowjetführung hat sich offenbar diese Argumente zu eigen gemacht.

Passierschein Poker

Das Sonntagsgespräch, das Ulbricht am 1. August an Eislers Fernsehtisch führte, hat sich inzwischen als Ariadnefaden erwiesen, der den Weg durch das Labyrinth der SED-Politik weist.

Wo die Hölle war

Nach 20 Monaten ging in der vergangenen Woche in Frankfurt der Auschwitz-Prozeß zu Ende, das bisher längste Justizverfahren.

"Sichtbarer Eingriff Gottes"

Sechzig katholische Bischöfe Polens ziehen am Dienstag zu einer öffentlichen Festsitzung des Episkopats in den Breslauer Dom ein.

Athen:: Lärm und Schweigen

Der Machtkampf zwischen dem griechischen König Konstantin und dem Ex-Ministerpräsidenten Papandreou drohte am vorigen Freitag in einen Bürgerkrieg auszuarten.

Namen der Woche

Donald Stephens, malaysischer Minister für den Teilstaat Sabah auf Nordborneo, ist aus Protest zurückgetreten, weil er vor dem Ausscheiden des Stadtstaates Singapur aus der Föderation nicht befragt wurde.

Von ZEIT zu ZEIT

Trotz Batterieschadens im Weltraumschiff "Gemini 5" setzten die amerikanischen Astronauten Gordon Cooper und Charles Conrad ihre auf eine Woche geplanten Erdumkreisungen fort.

Indien schlägt zurück

"Wir müssen auf das Schlimmste vorbereitet sein." Mit diesen Worten kennzeichnete der indische Ministerpräsident Shastri den Ernst des Konflikts um Kaschmir.

Urteile über ein Urteil

"Zycie Warszawy" (Warschau): "Wenn man von den Anstrengungen der Verteidigung und den milden Urteilen absieht, hat das Frankfurter Gericht doch die Welt – wenn schon nicht die Bundesrepublik – daran erinnert, was Auschwitz," das größte Konzentrationslager des Dritten Reiches, wirklich war.

Adenauers Parforce-Ritt gegen Amerika

Die Außenpolitik sollte nach dem Willen der Parteistrategen aus dem Wahlkampf ferngehalten werden. Aber den alten Wahlkämpfer Konrad Adenauer kümmerten solche Gebote nicht.

Alles oder nichts?

Der Bundestagswahlkampf wäre einigermaßen lustlos und langweilig verlaufen, hätten nicht Konrad Adenauer (siehe nebenstehenden Artikel) und Walter Ulbricht für Überraschungen gesorgt.

Die Sühne

Wegen Mordes wurden zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt: Gestapo-Mitarbeiter Wilhelm Boger, Blockführer Stefan Baretzki, SS-Sanitäter Josef Klehr, SS-Hauptsturmführer Franz Hofmann, Blockältester Oswald Kaduk, KZ-Häftling und Blockältester Emil Bednarek.

Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

Um auf knappem Raum und zugleich in kompetenter Auswahl Hinweise auf die wichtigsten Neuerscheinungen des Schallplattenmarktes zu geben, wollen wir in jeder letzten Nummer des Monats eine Kolumne wie die hier Folgende bringen.

BAYERN

Auf meiner Reise durch die pädagogischen Provinzen der Bundesrepublik habe ich immer wieder erfahren, daß es vor allem anderen eine tüchtige Portion Mut erfordert, um eine moderne bildungspolitische Konzeption gegen die Bastionen eingefrorener Traditionen, Ideologien und Standardvorstellungen durchzusetzen.

Zeitmosaik

Das Einzigartige zeigt sich nur, sofern ihm ein großer Spielraum gewährt, indem es behutsam eingekreist wird und ein fühlbares, höchstens zwischen den Zeilen berührtes Geheimnis übrigbleibt.

Ein alter Hut?

Wieder einmal offenbart sich die alte Tragik in Deutschland, daß die geistigen Schichten viel weniger als etwa bei unseren westlichen Nachbarn tätigen Anteil am Schicksal der Nation nehmen, daß bei uns "Politik" ein "garstiges Lied" ist, und daß man lieber den Dilettanten und Demagogen das Feld überläßt, statt selbst Verantwortung zu übernehmen.

Über Hölderlin nicht wie Hölderlin schreiben

Zu der Handvoll Germanisten, deren Namen gewiß, deren Bücher oft über alle Grenzen hinweg bekannt sind, gehört Herman Meyer, Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Amsterdam, dessen Werk "Das Zitat in der Erzählkunst" (Stuttgart, 1961) zu den bedeutenden Leistungen einer heute umstrittenen Wissenschaft gezählt werden muß.

Theater

Im vorigen Sommer wurde den Salzburger Festspielen ein Schauspielstudio angefügt, das aus persönlicher Initiative und mit deutscher Hilfe entstanden war und dem zuliebe die Bestimmung des "Festspielgesetzes" aufgehoben wurde, wonach zur Festspielzeit nur offizielle Festspielveranstaltungen stattfinden dürfen.

Film: Hoffnung auf mehr Freiheit, Charme und Poesie

Mit den Beatles ist mehr in die Welt gekommen als ein gewisser Sound und die Mode, lange Haare zu tragen – eine zivile Aufsässigkeit gegen etablierte Übereinkünfte und Gepflogenheiten, gegen die allgemeine Wehrpflicht und die besondere Trostlosigkeit der Liverpooler Slums, gegen eingeschliffene Verhaltensnormen und verbriefte Tabus: John, Paul, George und Ringo sind die Götter einer Jugend, die lässiger geworden ist, unabhängiger, über den Mopedradau und die derbgeschnittenen Lederjacken, über blinde Proteste hinaus, auch friedlicher – in den neuen Kleidern rauft und randaliert es sich schlecht, Melancholie verträgt sich nicht mit Roheit.

Ein gallisches Güllen

Die Technik ist bekannt: Ein fremder Zusatz, in eine Lauge geschüttet, zwingt die Elemente, Farbe zu bekennen. Die Tarnung fällt, der Schleier lüftet sich, die Dinge zeigen sich, wie sie in Wirklichkeit sind.

WESTDEUTSCHER RUNDFUNK Mittwoch, 18. August, das Hörspiel:: Ritornell

Die zwei Parabeln, aus denen Dieter Kühns Hörspiel "Ritornell" besteht, haben ein gemeinsames Beziehungsfeld. Zu jeder Zeit, meint der Autor, ist Anfälligkeit für emotionsgeladene politische Phrasen gleich stark und gefährlich, Gutmütigkeit kein Signum für Intelligenz, Appelle an die Ehre, ausgesandt von geschickten Demagogen, lähmen die Vernunft.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT eine historisch-technische Einführung des deutschen Herausgebers, Abbildungen von alten und neuen Druckwerkzeugen und Druckmaschinen, Faksimiles berühmter Blätter und über 1200 Alphabete aus mehr als 100 verschiedenen Schriften verschiedener Größe in elf Abteilungen: Venetianische Renaissance-Antiqua, Französische Renaissance-Antiqua (Garamond, Palatino), Barock-Antiqua (Baskerville, Times Roman), Klassizistische Antiqua (Bodoni, Didot, Walbaum), Serifenbetonte und Serifenlose Linear-Antiqua (Claredon, Volta, Folio, Univers), Antiqua-Varianten (Columna, Graphique), Schreibschriften, Handschriftliche Antiqua, Gebrochene Schriften, Fremde Schriftarten (Hieroglyphen, Runen, griechische, japanische, chinesische und arabische Schriften).

Dichtung als Thermometer

Dmitrij S. Mirskijs "Geschichte der russischen Literatur" schließt mit der Revolution, Johannes Holthusens "Russische Gegenwartsliteratur" reicht in ihrem ersten Band nur bis 1940; Gleb Struves "Geschichte der Sowjetliteratur" behandelt zwar noch die ersten vier Jahre nach Stalins Tod, schließt aber praktisch mit Beginn des "Tauwetters".

Die Wirklichkeit ist eine Oper

Der Nazismus war eine Weltanschauung, der Faschismus ein Rausch. Die Italiener brauchten nicht umzulernen, sondern nur nüchtern zu werden.

Zweimal Deutschland

Deutschland ist das Thema dieser beiden Bücher. Clemens Münster und seine Mitautoren Hans Heigert, Wolfgang Kahle, Edmund Wolf, Dagobert Lindlau und Hans-Werner Richter beschreiben, was sie in der Bundesrepublik und in Berlin beobachtet haben.

Der Presselord

Diese beiden Sätze stehen im Mittelpunkt der Biographie eines Mannes, dessen Ansichten und Parolen jahrzehntelang immer wieder die Öffentlichkeit der ganzen Welt aufgeregt haben, der sicherlich weder der reichste noch der mächtigste Zeitungsverleger des letzten halben Jahrhunderts gewesen und der doch wie kein anderer geradezu ein Symbol für den Begriff des Presselords geworden ist: William Maxwell Aitken alias Lord Beaverbrook.

Für Strauß

Dieses Buch nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als es (unseres Wissens als einziges Buch) sich für Strauß ausspricht. Der Herausgeber teilt vielsagend mit, daß die Kampagne gegen Strauß 1958 in der sowjetischen Besatzungszone begonnen habe und "dann" in breiter Front in der Bundesrepublik angerollt sei.

Köln

Ein genauer Sachkenner schildert den ersten der ganz großen Luftangriffe auf eine deutsche Stadt, die Bombardierung von Köln durch tausend Flugzeuge am 30.

Unbeliebte Macht

Den Autor des hier angezeigten Buches, Joachim Schwelien, braucht man den Lesern dieser Zeitung nicht erst vorzustellen; er ist innen durch seine politische Berichterstattung aus Washington bekannt genug.

Der sympathische Amerikaner

Dr. Haspel, bis 1945 Vorstandsvorsitzer von Mercedes-Benz, solle zehn Jahre als gewohnlicher Arbeiter in seinem Werk arbeiten, er dürfe niemals mehr Vorstandsvorsitzer werden, er habe seinen Pensionsanspruch verloren und auch seine Frau solle nach seinem Tode keine Witwenpension bekommen – so lautete der Befehl des Generals Clay an den "Chef der Entnazifizierung", Major Charles Lincoln: die Frau des ehemaligen Vorstandsvorsitzers Dr.

Kontraste

Es ist heutzutage üblich geworden, seine gesammelten Werke zu Lebzeiten herauszugeben – wahrscheinlich weil es später doch keiner mehr tut.

Neue Männer im Kreml

Hermann Achminow, einer breiteren Öffentlichkeit bereits durch seine beiden Bücher "Die Macht im Hintergrund" und "Die Totengräber des Kommunismus" bekannt, hat eine provozierende Art, die Kremlpolitik zu deuten.

Der Friede

Etzioni ist Professor für Soziologie an der Columbia-Universität; nach der vorliegenden Arbeit könnte man ihn auch für einen Politologen oder Militärtheoretiker halten.

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Eine wissenschaftliche Erklärung für den seltsamen Tod einer 43jährigen Frau, die nach einer harmlosen Operation just in dem Jahr starb, das ihr, als sie fünf Jahre alt war, eine Wahrsagerin als Todesjahr prophezeit hatte, gibt die englische Zeitschrift "New Scientist" (17.

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