„Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming“ (USA; Verleih: Columbia-Bavaria): Parodien auf den Western haben in der Regel etwas Abgestandenes an sich, weil sich schwer ein Genre parodieren läßt, das aus der gewissenhaften Repetition vertrauter Gesten und Konstellationen lebt und die Methode der Parodie selber schon vorwegnimmt. Elliot Silversteins Filmdebüt hat trotzdem auf der Berlinale viel Beifall bekommen, die Leute haben gelacht, und die Kritiker schrieben freundliche Zeilen. Leider läßt die deutsche Synchronfassung nicht mehr ahnen, warum, mit der Sprache des Originals ist auch sein Witz zerstört, übriggeblieben ist eine Klamotte im oberbayrischen Stil, die den Besuch nicht lohnt. Die Pointen des Drehbuchs sind fast ausnahmslos verschwunden, verschlucken oder verpatzt, ein Anonymus singt Nat King Coles Moritaten auf Deutsch und à la „Ich kauf mir einen Tirolerhut“. Die gelegentlich reizvollen Bilder können einen Film nicht retten, der sich mit Sentenzen wie „Jetzt hauen wir auf den Pudding, meine Zuckerpuppe!“ anbiedert. Das Mädchen Catherine engagiert sich, um den Tod ihres Vaters rächen zu lassen, einen weithin berühmten Revolvermann. Der entpuppt sich als ein heruntergekommener Trunkenbold, dem die Hände zittern und der Colt abhanden gekommen ist. Seine Metamorphose zum strahlenden Helden, der den Bösewicht mit Grazie zu erledigen weiß, wird ausführlich zelebriert, seine Rückverwandlung in den zerlumpten Säufer ist die ein wenig hilflose Pointe. Derlei hat man im ernsthaften Western schon komischer gesehen. U. N.