Ordo – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, herausgegeben von Franz Böhm, Friedrich A. Lutz, Fritz W. Meyer. Verlag Helmut Küpper, vormals Georg Bondi, Düsseldorf und München, 1965, Doppelband XV/XVI, 687 Seiten, 75,– DM.

Walter Eucken und Franz Böhm haben im Jahre 1948 das "Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft" begründet, das seitdem unter dem anspruchsvollen Titel ORDO erscheint und sich erhebliche Meriten erworben hat.

Die Reihe der Abhandlungen wird mit der Wiedergabe einer Rektoratsrede von Professor K. Paul Hensel (Marburg) zum Thema "Ordnung der Wirtschaft als wissenschaftliches Problem" eingeleitet; dieser Beitrag ist Franz Böhm – zu seinem 70. Geburtstag – zugeeignet.

Mit dem Problem der "Freiheit" (im weitesten Sinne) beschäftigen sich die beiden folgenden Beiträge der Autoren F. A. Hayek und Ernst Heuss. Hayek hat den wesentlichen Inhalt eines Kapitels seines demnächst erscheinenden Buches ("Recht, Gesetz und Freiheit") wiedergegeben; dabei geht es um das allgemeine Bekenntnis zur zeitgenössischen Demokratie, mehr aber noch um die Kehrseite dieses Phänomens, nämlich "die immer weitergreifende Desillusionierung", was die Ergebnisse der politischen Willensbildung im parlamentarischen System anbelangt. Ernst Heuss, dessen Antrittsvorlesung an der Universität Erlangen hier präsentiert wird, behandelt darin das Thema "Freiheit und Ungewißheit".

Den Gegenpol zu diesen allgemein-grundsätzlichen Darlegungen, in denen das Thema "der" Ordnung variiert wird, bilden die Beiträge über eng begrenzte Sondergebiete und ihre speziellen Ordnungsprobleme. Hier sind zu nennen die Autoren Helmut Grüner (mit einer Monographie über die Elektrizitätswirtschaft) und Artur Woll ("Reform des Teilzahlungswesens") sowie Alfred Bosch mit einer Studie über den Konsumentenkredit.

Ferner wäre in diesem Zusammenhang noch der Beitrag von Richard C. Bernhard über "Marktabsprachen" und ihre Behandlung durch Gesetzgebung und Rechtsprechung in Europa und in den Vereinigten Staaten zu nennen.

Mit der "planification" französischen Musters beschäftigen sich zwei Beiträge, wobei Gerhard Toll nicht wesentlich über die Erkenntnisse hinausgelangt, die wir G. Bombach ("Über die Möglichkeit wirtschaftlicher Voraussagen") verdanken, während K. Kleps, weniger "akademisch" verfahrend, die wirtschaftspolitische Konzeption von Brüssel – also die "Lösungsansätze" der EWG – mit den Ideen von Paris und von Bonn konfrontiert.