Das beste Pferd im Stall der deutschen Exportindustrie ist nach wie vor der Maschinenbau. 1964 konnte er seinen Auslandsumsatz um über 12 Prozent auf 11,1 Milliarden Mark erhöhen. Auch der Fahrzeugbau, die Chemie- und Elektrotechnik trugen durch ihre stark gestiegenen Exporte dazu bei, auf den Auslandsmärkten die Devisen zu verdienen, die die Bundesrepublik zur Bezahlung ihrer von Jahr zu Jahr steigenden Importe benötigt. Hierzu zählt nicht nur die wachsende Einfuhr von Rohstoffen, Nahrungsmitteln und industriellen Erzeugnissen, auch die 5 Milliarden Mark, die deutsche Touristen im vergangenen Jahr während ihres Urlaubs im Ausland ausgegeben haben, mußten durch die Ausfuhr von Industrieerzeugnissen verdient werden. Die großen Erfolge, die die zehn wichtigsten deutschen Exportindustrien in den letzten zehn Jahren aufweisen konnten, sind auch gleichzeitig ihre Schwäche: Wie unsere Graphik zeigt, sind sie alle in hohem Maße auf die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse angewiesen. Beim Schiffbau gehen 40 Prozent der Gesamtproduktion in den Export. Bei der feinmechanischen und optischen Industrie ist ebenfalls die Außenhandelsabhängigkeit sehr hoch. Das gleiche gilt für den Fahrzeug- und Maschinenbau. Um ihre Kapazitäten voll auslasten zu können, müssen diese Industrien auf dem Weltmarkt ständig um ihre Konkurrenzfähigkeit kämpfen. Daneben werden ihre Absatzmöglichkeiten auch von konjunkturellen Schwankungen auf den wichtigsten Exportmärkten bestimmt.