Noch ist sie klein, die gerade erst ein paar Tage alte "Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung AG" (BSV). Sie ist just aus der Tochtergesellschaft der Bank für Gemeinwirtschaft, der Kreditbank Hagen GmbH, entstanden. In wenigen Jahren jedoch wird die BSV, wenn sich die Vorstellungen ihrer geistigen Väter realisieren, zu den bedeutenden Bankinstituten der Bundesrepublik zählen. Sie ist die Bank, die die Vermögensbildung der Bauarbeiter, basierend auf dem so heftig diskutierten Tarifvertrag im Baugewerbe – Tatsache werden lassen soll.

Nach dem Willen von Georg Leber sollen die Bauarbeiter ihr zum größten Teil von den Arbeitgebern gespendetes Spargeld bei dieser Bank deponieren, damit daraus Vermögen werde. Zum Anreiz wird die IG Bau jedem Mitglied, das bei der BSV ein Konto eröffnet, 5 Mark schenken. Ob die optimistischen Hoffnungen des Bauarbeiterchefs sich erfüllen werden, bleibt abzuwarten. Aber keineswegs unrealistisch ist es, wenn man annimmt, daß es an die 400 000 der 1,5 Millionen Bauarbeiter sein werden, die sich an dieser Aktion beteiligen werden. Wenn sie jährlich gute 200 Mark dort sparen, so wird die BSV bereits in fünf Jahren über mehr als eine halbe Milliarde Mark verfügen. Nach zehn Jahren werden es fast 1,5 Milliarden Mark sein.

Besonderer Art ist auch die Verwaltung der Bank; denn der Aufsichtsrat soll sich zur Mehrheit aus den langfristigen Sparern der BSV zusammensetzen. Sie werden entscheiden, wo die BSV das ihr zufließende Kapital anlegen wird.

Der um Einfälle nicht verlegene Georg Leber hat sich wieder etwas Neues einfallen lassen bd.