Länger als eine Woche zögerte der südrhodesische Premierminister Ian Smith die Unabhängigkeitserklärung für sein Land hinaus. „In elfter Stunde“ wandte sich am Montag der britische Premierminister Wilson noch einmal mit einem dringenden Appell an Smith, „im Interesse Ihres Landes, der Sache Afrikas und der künftigen Generation aller Rassen“ auf den illegalen Austritt aus dem britischen Königreich zu verzichten.

Aber es war weniger die Furcht vor den von London angedrohten wirtschaftlichen Sanktionen oder Angst vor Gewalttätigkeiten der schwarzen. Afrikaner, die das Kabinett in Salisbüry davon abhielten, sofort das Banner der Unabhängigkeit zu hissen. Eher war es eine Mahnung des südafrikanischen Premierministers Verwoerd, der seinen weißen Freunden in Südrhodesien geraten haben soll, nicht voreilig zu handeln.

Mit England will sich die Regierung Smith keinesfalls mehr als nötig anlegen. „Was auch kommen mag,“ erklärte Ian Smith, „wir werden immer ‚God save the Queen‘ singen.“

Vorsicht ließ auch der Präsident des Nachbarstaates Sambia, Kenneth Kanada, walten. Er vermied alle unnötigen Provokationen, um sein Land, das wirtschaftlich von Rhodesien abhängig ist, nicht zu gefährden. Bevor er zur afrikanischen Gipfelkonferenz nach Accra abreiste, inspizierte er zwar noch einmal seine Truppen. Aber es wäre Selbstmord, wollte er als Speerspitze Afrikas gegen das Regime der weißen Siedler in Rhodesien anrennen.