Das aufblasbare Hausboot

Zeitgenossen, die mit der Natur liebäugeln, jedoch den womöglich lästigen Camping-Nachbarn scheuen, werden bereits im nächsten Jahr ihren Urlaub einsam und doch naturverbunden genießen dürfen: Das Boot-Bett-Zelt kommt bestimmt. Zu dieser Erfindung wurde im letzten Sommer eine ungarische Gummifirma angeregt, und zwar von Käufern ihrer Spezialmatratze, die tagsüber als Boot und nachts als Bett diente. Besagte Käufer führten lebhafte Klage darüber, daß sie auf der Gummiunterlage zwar schwimmen und schlafen konnten, auf der blanken Fläche jedoch keinen Schutz vor Sturm und Regen fanden. Dieses Versehen ist von den findigen Ungarn inzwischen behoben worden. Die Neukonstruktion – bereits in Serie – besteht aus einer aufblasbaren Matratze, die zu Wasser als Boot und Bett, zu Lande indes als Bett und Zelt verwendet werden kann. Ruder und Decken werden vorerst noch als Einzelteile geliefert.

Autofahrers Freizeit

Der deutsche Autofahrer, so will es nach der Umfrage eines Meinungsforschungsinstitutes scheinen, ist in seiner Freizeit viel passiver als sein Ruf. Nur 22 Prozent der Befragten unternehmen am Wochenende kleinere Reisen, von denen wiederum 69 Prozent ins Grüne, 22 Prozent zu Sportveranstaltungen und drei Prozent zu Verwandten fahren. Naheliegende Frage: Was aber tun die restlichen 78 Prozent, wenn schon Natur, Sport und Verwandte samstags und sonntags gemieden werden? Nun ja: Sie bleiben zu Hause und waschen ihr Auto – für den Montag.

Gottland Afrika

Kein Zweifel: Der Angler wirft seine Ruten am erfolgreichsten auf den Bahamas aus, der Schwimmer gleitet am leichtesten in der Azorenbrandung dahin, der Skifahrer findet den weißesten Schnee in den Anden. Nachdem für die meistverbreiteten Urlaubshobbys endlich die meistgeeigneten Landstriche gefunden worden sind, haben sich die Lenker des Massentourismus nun auch einer Minderheitsgruppe angenommen und das ideale Reiseland für Golfspieler entdeckt: Südafrika. Rüstigen Schrittes können die Golfsportler die Savannen durchmessen, den Ball nach Herzenslust fliegen lassen, und sie brauchen nicht zu befürchten, hinter dem nächsten Busch auf eine jener ordinären Minigolfanlagen zu stoßen, wie sie in Europa leider so häufig geworden sind. Nichts davon! Das eidgenössische Reisebüro in Zürich, das diesen 23-Tage-Trip zum Vorzugspreis von 6364 Schweizer Franken anbietet, entbindet den Teilnehmer auch von allen anderen obligaten afrikanischen Urlaubsriten: Er braucht weder den Tafelberg zu besichtigen noch Löwen und Elefanten per Blatt- oder Schnappschuß zu erlegen. Er darf vielmehr, wo er sich auch befinden mag, ganztägig seinem geliebten Sport nachgehen.

Schloß der traurigen Gräfin