„Ich glaube, es ist an der Zeit, unseren Völkern die Wahrheit zu sagen“, resignierte der rhodesische Premierminister Ian Smith am Dienstag. Er hielt die Differenzen mit London für unüberbrückbar. Darum wies er auch das Ansinnen Premierminister Wilsons zurück, in einer Blitzkonferenz auf Malta noch einmal einen Ausweg aus der Krise zu suchen.

Auf eigene Faust fuhr jedoch der oberste Richter des Landes, Sir Hugh Beadle, nach London. Beadle ist Vorsitzender jener „Königlichen Kommission“, die Wilson in letzter Minute erfunden hatte, um den drohenden Abfall der britischen Kolonie in Südostafrika hinauszuzögern.

Die Kommission sollte untersuchen, ob weiße und schwarze Rhodesier die Unabhängigkeit unter den Bedingungen der Verfassung von 1961 wünschen, die der schwarzen Mehrheit 15 von 65 Parlamentssitzen einräumt. Da Wilson jedoch von vornherein erklärte, seine Regierung sei an den Bericht der Kommission nicht gebunden, hielt Smith dieses Projekt für aussichtslos. Die Meinungserforschung erschien als fragwürdig, da die Führer der afrikanischen Mehrheit vom Vc’k isoliert und alle Zeitungen zensiert werden.

Eine harte Politik gegen Salisbury befürwortete darum die Mehrheit der UN-Vollversammlung. Realistischer äußerte sich der Premierminister von Malawi, Hastings Banda, dessen Land allerdings von Rhodesien und Portugiesisch-Mozambique wirtschaftlich abhängig ist. Sanktionen seien erfolglos, solange sich nicht alle Großmächte (zum Beispiel Frankreich) beteiligten. Kein britischer Premier könne es sich leisten, britische Soldaten auf weiße Rhodesier schießen zu lassen. Umgekehrt könne aber die rhodesische Luftwaffe sämtliche Hauptstädte Ost- und Mittelafrikas in Schutt und Asche legen. Die rhodesische Armee würde im Ernstfall Ost- und Zentralafrika in acht Tagen erobern.