Einzeller lieben den Südpol

Verhalten sich Lebewesen unter dem Einfluß eines Magnetfeldes anders als gewöhnlich? Die Beantwortung dieser vieldiskutierten Frage dienen Experimente, die gegenwärtig an der Universität Rostow am Don durchgeführt werden. Biophysiker der sowjetischen Universität brachten ein Pantoffeltierchen in ein sieben Zentimeter langes Haarröhrchen von einem halben Millimeter lichter Weite und beobachteten die Wanderungen des Einzellers. Das Ergebnis: Das Pantoffeltierchen hielt sich im Durchschnitt ebenso lange in der linken Hälfte des Röhrchens auf wie in der rechten. Daraufhin wurde die Kapillare zwischen die beiden Pole eines Permanentmagneten gebracht, und zwar so, daß das eine Röhrchenende ebenso weit vom Südpol entfernt war wie das andere vom Nordpol. Nach ein paar Minuten stellte sich heraus, daß nunmehr der Einzeller den Aufenthalt in der dem Südpol zugewandten Hälfte der Kapillare bevorzugte. Dieses Verhalten war um so ausgeprägter, je stärker der verwendete Magnet war.

Als die Forscher das Röhrchen mit dem einen Ende direkt an den magnetischen Südpol heranbrachten, verblieb das Pantoffeltierchen in dieser Hälfte der Kapillare.

Bestätigung für Robeys Kometen-Theorie

Ein überraschendes Ergebnis brachte die Auswertung spektrographischer Aufnahmen von dem Kometen Ikeya-Seki, der Ende Oktober besonders nahe an der Sonne – und damit auch an der Erde – vorbeizog. Spektrogramme, die am Mount Hamilton Observatorium der Kalifornischen Staatsuniversität angefertigt wurden, lassen vermuten, daß auf dem Kometen eine Temperatur von etwa 4500 Grad herrscht. Dies widerspräche aber der allgemein akzeptierten Hypothese, nach der Kometen aus gefrorenen Wasserstoffverbindungen bestehen sollen.

Nun gibt es eine Theorie – DIE ZEIT berichtete ausführlich darüber am 3. September dieses Jahres –, die durch das neue Beobachtungsergebnis eine Bestätigung erfährt. Donald Robey, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der General Dynamics Corporation in San Diego (Kalifornien) kam durch rein theoretische Überlegungen und Computer-Berechnungen zu dem Resultat: Kometen sind Plasmapäkete, die von der Sonne ausgestoßen und unter dem Einfluß sowohl der Sonnenwinde als auch des galaktischen Windes auf eine elliptische Sonnenumlaufbahn gebracht werden. Die aus elektrisch geladenen Atomkernen (Ionen) und Elektronen bestehenden Plasmapakete müßten eine hohe Temperatur besitzen. Ihr würde die jetzt gemessene Temperatur des Kometen Ikeya-Seki durchaus entsprechen.

Robeys Hypothese erklärt eine Reihe anderer Kometen-Phänomene, zum Beispiel die häufig beobachtete zopfartige Struktur von Kometenschweifen, die Existenz ganzer Kometenfamilien, die auf derselben Bahn um die Sonne kreisen und die Tatsache, daß stets neue, nie zuvor beobachtete Kometen mit relativ kleinen Umlaufbahnen in Erscheinung treten.