Noch ist es nicht ganz sicher, welche weitere Brauereien die Schultheiss-Brauerei AG, Berlin, ihrem Kreise der Tochtergesellschaften hinzufügen wird. Auf entsprechende Fragen hat Generaldirektor Hans Sixtus jedoch die Antwort bereit: „Wir werden keine Möglichkeit auslassen!“ Die Vorstellung, Schultheiss werde sich nur im deutschen Norden ausbreiten, dürfte der Vergangenheit angehören.

Wie immer die Entscheidungen im Hause Schultheiss fallen werden, die Gesellschaft ist auf Zuwachs eingerichtet. Der kommenden Hauptversammlung soll auf alle Fälle ein genehmigtes Kapital vorgeschlagen werden, neben der unveränderten Dividende von 17 Prozent. Schultheiss kann mit seinem Ergebnis im Jahre 1964/65 (30.9.) zufrieden sein. Zwar ist das selbst gesetzte Ziel, die 2-Millionen-Hektoliter-Grenze, nicht ganz erreicht worden – der Ausstoß stieg nur auf 1,92 Millionen Hektoliter –, doch ist das vergleichsweise noch ein gutes Ergebnis. In Berlin beispielsweise, wo hart um den Absatz gerungen wird, konnte der Marktanteil um 0,36 Prozent erhöht werden, und zwar auf 61,62 Prozent.

Westdeutsche Brauereien gehen mehr und mehr dazu über, durch Investitionen in Berlin Steuern zu sparen. Generaldirektor Hans Sixtus meint, auf diese Weise wird der Konkurrenzdruck in Berlin noch härter werden. Über die Ausnutzung der Berlin-Präferenzen werden westdeutsche Brauereien durch die Errichtung weiterer Gaststätten in verstärktem Maße auf dem Berliner Markt aktiv werden. Für Schultheiss hat dies Konsequenzen. Wenn diese starke Berliner Brauerei ihre Position halten will, muß sie in der Lage sein, auf diesem Felde mitzuhalten. Sie will das nach Möglichkeit aus eigenen Mitteln tun. Also kommt sie auch in Berlin um eine Bierpreiserhöhung nicht herum. w. p.