Im Herbst 1963 knistert es wieder in zwei deutschen Konzernen. Beide haben denselben Familiennamen im Firmennamen: Stinnes. Sie haben wirtschaftlich nichts miteinander zu tun, die beiden feindlichen Brüder Hugo und Otto Stinnes, und dennoch zieht einer den andern nach sich in den Strudel des Zusammenbruchs. Ein Konkurs kann in beiden Fällen verhindert werden, doch beide müssen Federn lassen, der eine in einem Vergleichsverfahren, der andere verkauft in letzter Minute den größten Teil seines Industrieimperiums.

1. Konzern-Ausverkauf

Am 22. September 1963 übernahmen die Investitions- und Handelsbank AG, Frankfurt, – damaliger Großaktionär: Münemann – und das Bankhaus Ehinger & Cie., Basel, den größten Teil der Industriebeteiligungen von Hugo Stinnes jr. zum Buchwert. Für rund 80 Millionen Mark übernahm die Münemann-Gruppe:

  • Atlas-Werke AG, Bremen, (76 Prozent des Aktienkapitals von 20 Millionen Mark) mit einer Produktion von elektronischen Meßgeräten bis zu Schiffen und folgende Beteiligungen:

MaK Maschinenbau Kiel GmbH, Kiel-Friedrichsort, (Kapital: 7 Millionen Mark, 100 Prozent Atlas).

M. Achgelis Söhne GmbH, Maschinenfabrik und Eisengießerei, Bremerhaven, (Kapital: 225 000 Mark – 93,1 Prozent).

Süd-Atlas-Werke GmbH, München, (Kapital: 500 000 Mark – 100 Prozent).