Über Griechenland hing zu Beginn dieser Woche der Schatten einer neuen Regierungskrise. Diesmal war es nicht Altmeister Papandreou, sondern der streitlustige Erzbischof Makarios von Zypern, der die Lunte ans Pulverfaß hielt. Makarios wollte mit Hilfe einiger Regierungsmitglieder in Athen seinen alten Widersacher ausschalten, den General und Freiheitshelden Grivas.

In den ersten Monaten der Zypern-Krise war der pensionierte General auf die Insel zurückgekehrt und hatte das Kommando der Nationalgarde übernommen, in der auch zahlreiche Soldaten und Offiziere aus Griechenland untergeschlüpft sind.

Im Januar hatte der griechische Außenminister Tsirimokos dem Erzbischof zugesichert, daß er künftig bei allen Schlichtungsversuchen in Zypern die Vorhand habe. Daraus folgerte Makarios das Recht, die militärischen Streitkräfte in Zypern politisch zu kontrollieren. General Grivas jedoch versicherte sich der Hilfe des griechischen Ministerpräsidenten.

Nunmehr schickte der Erzbischof seinen Außenminister Kyprianou mit dem Vorschlag nach Athen, Grivas durch den General a. D. Gennimartas abzulösen. Gennimartas, ehemals griechischer Generalstabschef, war von Stephanopoulos pensioniert worden. Ihm wurde vorgehalten, er habe sich bei der Wahl im Jahre 1961 unkorrekt verhalten. Bei Hof ist dieser General gut gelitten. Wieder wie im letzten Sommer muß der junge König Konstantin eine schwere Entscheidung fällen.