DIE ZEIT

Ein Dialog zwischen Deutschen

Es tut sich etwas in Deutschland. Ansätze einer gesamtdeutschen Diskussion werden sichtbar. Zum erstenmal seit zwanzig Jahren – seit der Zwangsvereinigung von Sozialdemokraten und Kommunisten in der Sowjetzone – sprechen SPD und SED wieder miteinander.

Geschäft mit Peking

Dies Stahlwerk", so schrieb vor ein paar Tagen die New York Herald Tribune, "ist offenbar dafür bestimmt, Stahl für friedliche Zwecke zu produzieren.

Öffnung nach Osten?

Erst die kommenden Wochen werden das volle Maß des Wandels verdeutlichen, der sich auf dem CDU-Parteitag in Bonn angekündigt hat.

ZEITSPIEGEL

General de Gaulle wußte, was er der Courtoisie und der geschichtlichen Bedeutung seines Vorhabens schuldig ist. Seine Briefe an Präsident Johnson, Premierminister Wilson, Präsident Saragat und Bundeskanzler Erhard waren alle handgeschrieben.

Verantwortlich auch für die Starfighter

Wer dem Bundesverteidigungsminister gegenübertritt, blickt in das Gesicht eines Mannes, in das sich wohl nie die zerfurchten Züge eines von der Last seines Amtes gebeugten Politikers eingraben werden.

Vietnam und die Deutschen

Zwei sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, Willy Berkhan und Dr. Erhard Eppler, haben vom 14. Februar bis 12. März im Auftrage ihrer Fraktion eine Asienreise unternommen.

De Gaulle – ein sekundäres Problem

Dem Blitz aus dem Elysee gegen die Integration der NATO ist kein Donnerschlag aus Washington gefolgt, nur eine gemurmelte Erklärung der vierzehn Regierungschefs des Rumpfbündnisses.

Papst Paul doch nach Polen?

Wird der Papst doch zur kirchlichen Tausendjahrfeier nach Polen reisen? Gegenwärtig kann sich in Warschau niemand vorstellen, daß der Streit zwischen Kirche und Staat, der sich am Briefwechsel mit den deutschen Bischöfen entzündet hat, bis zum 3.

Wolfgang Ebert:: Zornige junge Männer

Die meisten der jungen Staaten haben einen Mann, den man den "starken Mann" nennt. Kommt es dort zu Unruhen, möchte man in der ganzen Welt gleich wissen, was aus dem "starken Mann" geworden ist.

EWG als Werbeslogan

Den britischen Links-Zeitungen kann neuerdings der Eintritt in die EWG nicht schnell genug kommen. Cecil King, Herr über "Mirror" und "Sun", hat ganz offenbar zur Attacke gegen Labours Zauderertum geblasen.

Nicht mit der Gießkanne

Einer fehlte – "wegen Krankheit entschuldigt" – im Stresemann-Gedränge auf dem Wahner Rollfeld, als der Bundespräsident von seiner Afrikareise heimkehrte.

Parteitag ohne Feuer

Die Manager des CDU-Parteitages hatten gute Vorarbeit geleistet. Geschickt und umsichtig hatten sie den Zündstoff, erst in der Dufhues-Kommission und dann im Bundesvorstand entschärft.

Absage an ein Tabu

Ist Walter Ulbricht ein "Aufweichler"? In den Berichten aus Ostberlin heißt es, führende SED-Funktionäre, die einen noch härteren Kurs als ihr Parteichef steuern wollen, hegten diesen Verdacht.

Ein Nobelpreisträger schreibt

I have known Professor Robert Havermann for a number of years. I consider him to be an able and outstanding scientist, who is searching for the truth in an honest and ethical way.

Ostberlin rührt sich

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Sowjetaußenminister Semjonow beriet Walter Ulbricht dieser Tage in Ostberlin den neuesten Feldzugsplan der DDR-Diplomatie.

Elfenbeinküste: Nervenkrieg

Ex-Diktator Kwame Nkrumah und sein Freund Sekou Touré haben einen Nervenkrieg gegen das neue Regime in Ghana eröffnet. Während Nkrumah über Radio Guinea ("Stimme der Revolution") sein Volk mit Hetzreden aufwiegelt (bisher ohne sichtbaren Erfolg), droht Präsident von Guinea mit militärischer Intervention in Ghana.

Namen der Woche

Tschiang Kai-schek, der 78 Jahre alte nationalchinesische Präsident, seit 1926 an der Macht, wurde von der Nationalversammlung in Formosa für weitere sechs Jahre wiedergewählt.

General Grivas in Gefahr

Über Griechenland hing zu Beginn dieser Woche der Schatten einer neuen Regierungskrise. Diesmal war es nicht Altmeister Papandreou, sondern der streitlustige Erzbischof Makarios von Zypern, der die Lunte ans Pulverfaß hielt.

Finnland: Mit der KP regieren?

Das finnische Volk hat links gewählt. Entgegen den letzten Prognosen der Demoskopen verloren die bürgerlichen Parteien bei der Reichstagswahl am Sonntag ihre Mehrheit im Parlament.

"Mittelmäßiges Blatt - hoch gereizt"

Bundesaußenminister Schröder: Die Bundesregierung ist auch heute davon überzeugt, daß nur eine bereits im Frieden gemeinsam vorbereitete Verteidigung mit gemeinsamer operativer Planung und unter einheitlichem Befehl – eben das System der "integrierten" Verteidigung – Aussicht bietet, einen potentiellen Gegner von einem Angriff abzuhalten.

Von ZEIT zu ZEIT

Der Vorsitz der Christlich-Demokratischen Union ging von Konrad Adenauer auf Ludwig Erhard über. In seiner ersten Rede als CDU-Ehrenvorsitzender reihte der Alt-Bundeskanzler die Sowjetunion unter die friedwilligen Völker ein.

Sukarnos Freund gestürzt

Solange Sukarno ein Mikrophon zur Hand hat, bleibt er für seine Gegner ein gefährlicher Mann. Obwohl ihn die Armee in einen "goldenen Käfig" eingesperrt hat, benötigte sie eine Woche, ehe sie dem Präsidenten die Zustimmung zu einer Regierungsumbildung abgerungen hatte.

Sieben Fragen an Ulbricht

Das politische Klima in Deutschland hat sich gewandelt. Wenn es dafür noch eines Beweises bedurft hätte, so gab es keinen besseren als die Antwort des SPD-Vorstandes auf den "offenen Brief" Walter Ulbrichts.

Jede Partei braucht Führung

Am anderen Ende der Welt las ich die Anklage der SPD-Fronde gegen Herbert Wehner und freute mich, daß die ZEIT sie veröffentlicht hat und damit jenen das Handwerk legte, die sich erst der zusammengefischten Beute brüsteten und dann unter Hinweis auf die eigene Pseudo-Ritterlichkeit erklärten, das Material nicht veröffentlichen zu wollen, um dem angeblich Belasteten nicht zu schaden.

Brandts Antwort auf das Pamphlet

Willy Brandt hat zu dem Anti-Wehner-Pamphlet, das vor zwei Wochen in der ZEIT veröffentlicht wurde, inzwischen mit einiger Ausführlichkeit Stellung genommen.

Ein Wort zur Sache

Dieser Beitrag zur Diskussion um Herbert Wehner wurde von vier jungen Berliner Sozialdemokraten verfaßt: Hartmut Häußermann, Ulf Kadritzke, Armin Meyer und Rainer Wirth.

Gemeinsam in der Sistina

Guten Morgen, Eure Heiligkeit, wir haben uns seit vier Jahrhunderten nicht gesehen." Mit diesen Worten begrüßte im Dezember 1960 der Erzbischof von Canterbury, Geoffrey Fisher, den Papst Johannes XXIII.

Aus der DDR:: Freizeit – nur auf Raten

Als der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht zur Feier des fünfzehnten Bestehens der DDR proklamierte, daß es jetzt möglich sei, "die Voraussetzungen für den Übergang zur Fünftagewoche" zu schaffen", war mancher skeptisch.

Gnade vor Recht

Viele Körner geben auch einen Haufen. Der ehemalige Stuttgarter Landtagsdirektor Willy Körner braucht nur drei der zwölf Monate hinter schwedischen Gardinen zu verbringen, die ihm am 14.

Lehren des Lehrers

In zwei Schlachten schlug sich der Kieler Studienassessor Dr. Eberhard Cold, der im September 1962 aus dem Schuldienst entlassen worden war, mit dem Kieler Kultusministerium, und aus beiden Treffen ging er als Sieger hervor.

Ohne Scham und ohne Reue

Mit unbewegtem Gesicht macht der Zeuge seine Aussage. Auf der Anklagebank, keine fünf Meter von ihm entfernt, sitzen seine ehemaligen Peiniger.

Nachwehen

Mehr noch als die Erfolge der Nationaldemokraten in Franken beschäftigt Bayerns Öffentlichkeit das Echo, das diese Erfolge der NPD bei den Kommunalwahlen außerhalb der weißblauen Gemarkungen gefunden haben.

Rund um St Pauli: Aus dem Keller des Reichsgerichts

Domschänke", Gastwirtschaft und Hotel, Budapesterstraße 10. Neben dem Eingang steht eine 1,80 Meter hohe Personenwaage mit erleuchtetem Spiegel, und hinter der Theke sitzt Herbert Krischker, der Inhaber.

Sex im stillen Kämmerlein

Das sexuelle Verhalten wird sehr unterschiedlich beurteilt. Da gibt es zunächst und vor allem geistige Niveauunterschiede, ferner solche der Schulung und Bildung, schließlich der Erfahrungsverarbeitung, der eigenen Geschlechtszugehörigkeit und so weiter.

Mit Herz und Vogel

Vom Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt München werden ungewöhnliche Fähigkeiten erwartet. Zu den Besonderheiten gehört, daß er beim Oktoberfest den ersten Banzen Bier sachverständig anzuzapfen versteht.

Unser Kritiker sah:: DER SCHWARZE SCHWAN

Martin Walsers Theaterstück von der Schuld der Vätergeneration gewinnt an Rang und Wichtigkeit in dem gleichen Maße, wie journalistische "Dokumentationen" und schriftstellerische Halbdokumentationen überhand nehmen.

FILM

"Leoparden küßt man nicht" (USA; Verleih: Cinema Service): Hinter dem verunglückten, vulgarisierenden Titel verbirgt sich eine der schönsten, vielleicht die am besten inszenierte Komödie des amerikanischen Films – Howard Hawks’ "Bringing Up Baby" aus dem Jahre 1938, ein chef d’oeuvre, neben dem alle nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Filme dieses großen Routiniers verblassen.

Filmkunst in der Katakombe

Das Förderungssystem, günstig für die Oberhausener, vernachlässigt eine Gruppe junger Filmmacher / Von Enno Patalas

Nur noch mit Genehmigung

Es wäre wirklich übertrieben,’ wollte man sagen, der Schriftstellerverband der DDR werde in den literarischen Kreisen Ostberlins angefeindet oder gar gehaßt.

Student aufs Land

Freiburger Studenten versuchen erfolgreich, dem Bildungsrückstand auf eigene Faust abzuhelfen

Hitler – wie ihn keiner kennen wollte

Es kann gut sein, daß es sich bei dem hier –unseres Wissens zum erstenmal – publizierten Porträt des wohl verhängnisvollsten Mannes der deutschen Geschichte um das einzige wirklich authentische Bildnis Hitlers handelt, das von Malerhand existiert.

Das Berliner Modell – überholte Trümmerromantik?

Die Lage an der Freien Universität Berlin hat sich nun doch noch entspannt. Rektor Lieber wird die erstaunliche Empfehlung seines Senats, den Studenten die Hörsäle für politische Veranstaltungen zu sperren, nicht durchführen.

Auf dem Weg zur modernen Schule

Die in der öffentlichen Diskussion bisher fast durchweg auf die Höhere Schule beschränkte Schulreform hat der Kultusminister von Nordrhein-Westfalen, Professor Dr.

Literaturkritik alle vierzehn Tage

An literarischen Monatsschriften fehlt es in Frankreich nicht, und auch nicht an einer allgemein kulturellen Presse. Was bisher fehlte, war eine eigentliche Literaturzeitung, ein Blatt im Stil des Times Literary Supplement, der Welt der Literatur, der New York Review of Books – und das ist um so verwunderlicher, als die Literaturkritik auch in der französischen Tagespresse eine sehr viel geringere Rolle spielt als etwa in der deutschen und ein Publikum durchaus vorhanden sein müßte.

Jazz für die Ehre

Angesichts der verschiedenen Namenslisten von "Ehrenschutz", "Ehrenkomitee", "Organisationskomitee" und "Sekretariat" für den ersten internationalen Wettbewerb für Modern Jazz in Wien müßte der Beobachter in Hochachtung verstummen.

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