B., München

Mehr noch als die Erfolge der Nationaldemokraten in Franken beschäftigt Bayerns Öffentlichkeit das Echo, das diese Erfolge der NPD bei den Kommunalwahlen außerhalb der weißblauen Gemarkungen gefunden haben.

So zitierte ein Münchener Rundfunkkommentator erbittert eine schwedische Pressestimme, die von "bayerischen Hinterwäldlern" und "grausigen Assoziationen" sprach. Der Kommentar des Kommentators: durch "norddeutsche Kanäle" seien diese Verleumdungen nach Schweden gelangt. Und überhaupt – warum wohl habe Goebbels sein Buch nicht "Vom Bayerischen Hof zur Reichskanzlei" genannt, sondern vom "Kaiserhof zur Reichskanzlei"? Weil eben dort oben, in Berlin, alle Nazis gesessen hätten, während Hitler in München "abserviert" gewesen sei.

Immerhin, das wird zugegeben, sei es auffällig, daß es jetzt eine Zusammenballung von NPD-Wählern in der Nähe fränkischer Garnisonen gegeben habe. Die Erklärung ist simpel: es gäbe eben viel zu wenige bayerische Offiziere in fränkischen Garnisonen, die führenden Herren kämen alle aus dem Norden.

Zumindest einer dieser Herren muß aber ein Einheimischer sein – NPD-Mitglied und Hauptmann der Bundeswehr Ulrich Horna, frisch gebackener Stadtrat in Roth bei Nürnberg. Stolz kommentierte ein Sprecher des Wehrbereichskommandos diese Wahl. Die Bundesrepublik, so warf er sich ins Zeug, sei ein demokratisches Land und die NPD eine zugelassene Partei. Na, also...