Bis 1960 wurden Subventionen aus den Bundes- oder Länderkassen hauptsächlich in Form billiger Darlehen oder verlorener Zuschüsse gewährt. Seither ist eine andere Form staatlicher Hilfe immer bedeutsamer geworden: die Verbilligung von Kapitalmarktmitteln durch Zinszuschüsse. Nutznießer dieses Verfahrens waren bisher in erster Linie der Wohnungsbau und die Landwirtschaft. Für den Staat sind Zinssubventionen ein verführerisches Instrument. Man kann bestimmte Wirtschaftsgruppen begünstigen, ohne zunächst den Haushalt übermäßig zu belasten. Mit Hilfe von 210 Millionen Mark aus Steuergeldern wurden beispielsweise 1965 mehr als 4,5 Milliarden Mark aus dem Kreditmarkt in die Hände solcher Empfänger geleitet, die dieses Kapital nicht so produktiv einsetzen können, daß sie ohne staatliche Hilfe die hohen Marktzinsen zahlen könnten. Damit wird aber auch die Fragwürdigkeit dieses Verfahrens deutlich: In den subventionierten Bereichen wird die Kreditnachfrage weitgehend zinsunempfindlich, so daß auch zweitrangige Vorhaben finanziert werden können, während die Industrie wegen der hohen Zinsen und der knappen Kredite wichtige Investitionen zurückstellen muß.