Überlegener Sieger der Präsidentschaftswahlen in Bolivien wurde General Barrientos.

Es waren die „seltsamsten Wahlen der bolivianischen Geschichte“. Hoher Favorit war von Anfang an der Fliegergeneral René Barrientos. Er hatte 1964 den sozialistischen Präsidenten Paz Estenssoro verjagt und im letzten Jahr die Bergarbeitermilizen entwaffnet. Im Januar überließ er die Führung der Militärjunta seinem Rivalen, General Ovando, damit er als Kandidat der Armee bei der Wahl am 3. Juli auftreten konnte. Neben seiner bäuerlichen „Front der bolivianischen Revolution“ (FRB) stellten sich achtzehn bürgerliche, faschistische und kommunistische Splitterparteien zur Wahl, nicht aber die Massenparteien: weder Estenssoros „Nationalistische Revolutionsbewegung“ – sie hatte 1952 die Zinnminen verstaatlicht – noch die „Linksnationalisten“ des Bergarbeiterführers Juan Lechin.

Der neue Präsident, der in den USA große Sympathien genießt, wird auf die Dauer kaum ohne das Militär regieren können.