Frankreich hat eine neue atomare Versuchsserie im Pazifik gestartet. Die erste Bombe wurde 1500 Kilometer südöstlich von Tahiti auf dem Mururoa-Atoll gezündet. Frankreich, das ebenso wie China sich weigerte, den Moskauer Vertrag über das Verbot der Kernwaffenversuche zu unterzeichnen, hat damit seine fünfte Atombombe getestet. Die Amerikaner führten bisher 192 Nuklearversuche in der Atmosphäre durch, die Sowjetunion 141, Großbritannien 21 und China drei. Die Sprengkraft der von den Franzosen gezündeten Bombe beträgt das Vierfache der von den Amerikanern über Hiroshima abgeworfenen Atombombe.

Schon bevor Frankreich mit seiner Versuchsreihe im Pazifik begann, protestierten die südamerikanischen Staaten, die radioaktive Schäden für ihre Länder befürchten. Das peruanische Parlament beantragte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Paris. In Washington wurde die Explosion mit Bedauern, in Moskau kommentarlos registriert.

Frankreich ist jedoch gewillt, seine Versuchsreihe fortzusetzen. Es sollen noch vier Bomben gezündet werden – vielleicht auch schon eine erste Wasserstoffbombe. Bei der letzten Explosion im September wird General de Gaulle Augenzeuge sein.