Luxus in Uxmal – Zerstörte Fresken in Bonampak

Von Eka von Merveldt

Es ist perfekt, faszinierend und abenteuerlich genug, was dem Besucher Mexikos auf ausgetretenen Touristenwegen begegnet. Perfekt die Hotels, Luxushäuser wie in New York, in Tokio, an der Riviera, aber auch gute Unterkünfte, die billiger sind als in Europa. Erstklassige Straßen und Flugverbindungen zu den Sehenswürdigkeiten und Badeplätzen. Gute Reiseagenturen in den Hotels.

Faszinierend, was Mexiko bietet: 20. Jahrhundert und Urzeit. Hochebenen von 2500 Metern in Äquatornähe und zwei Meere. Ewiger Schnee und tropische Küsten, am großen Pazifik und am Karibischen Meer. Hartes, helles Licht und dünne Höhenluft, die Atembeschwerden macht. Aber in den Ebenen eine Luft so feuchtheiß und diesig wie in der Sauna. Sie verwandelt Zigaretten in Tabakbrei und matschiges Papier, sie setzt an den Ledertaschen Schimmel an.

Faszinierend die alte Kunst von ausgeprägter Eigenart. Ein Land der Pyramiden wie Ägypten, doch lassen sich keine geheimnisvollen Beziehungen zwischen beiden Welten herstellen. Spanische Kolonialkunst, spanisch geprägtes Leben, das der Reisende eher begreift, wenn er vorher in Spanien war. Das offizielle Mexiko will es immer noch nicht wahrhaben.

Mexiko – ein Land, das sich erneuert. Die Größe der Vergangenheit wird kühn in eine unbekannte Zukunft projiziert. Die Menschen beschrieb ein Beobachter: „Flirrend von unsicherem Stolz, zum Mord entschlossen und flehend um freundliche Anerkennung.“ Stärker noch als in Spanien ist der Glaube an die männliche Überlegenheit. Er ist bis zum Maskulinitätskult gesteigert, ihm entspricht der Aufopferungsdrang unter den Frauen.

In der Weltstadt Mexico City wird unbekümmert der Reichtum zur Schau getragen in exklusiven Restaurants und bewachten Wohnvierteln, und daneben wohnt das höllische Elend in den Vecindades, geschlossenen Siedlungen der Ärmsten.