Hellmut Andics: Der Fall Otto Habsburg. Verlag Molden, Wien; 220 Seiten, 14,– DM.

Dieses Werk ist ein sehr österreichisches – gewissermaßen: wienerisches Buch. Flott und amüsant und glatt geschrieben, man kann es vorwärts und rückwärts lesen. Von Dr. Otto Habsburg wird gesagt, er sei ein „Gespenst für Ost und West“ ... Aber gleich mokiert sich der Autor über die Bedeutung, die dem ganzen „Fall“ beigemessen wird.

Dafür schildert Andics seinen Besuch in der Habsburger Villa in Pöcking am Starnberger See wie ein Ereignis der Weltgeschichte; auch was er unterwegs an Erfrischungen zu sich genommen hat, erfährt der Leser. Die erste Frage des Interviews erhält eine charakteristische Antwort:

„Warum wollen Sie überhaupt nach Österreich?“ – „Weil es einfach kein Leben ist, ständig im Ausland zu wohnen. Wenn ich mich auch, als überzeugter Europäer, nirgends in Europa so ganz als Fremder fühle.“

In Anekdoten und Berichten und Klatschgeschichten wird die ganze Affäre Habsburg liebevoll ausgebreitet. An einer Stelle sagt der Autor: „Was hier geschildert wird, ist keiner Humoreske von Roda Roda entnommen.“

Doch.

p. chr. b.