Bernhard Grzimek: „Wald, in dem kein Vogel singt“, ZEIT Nr. 21

Der sehr interessante Artikel von Herrn Professor Grzimek hat mich veranlaßt, dieses Thema in der Fragestunde des Bundestages mit folgendem Ergebnis zu Wort zu bringen:

Meine Frage: Entspricht die fortschreitende Zunahme des Nadelwaldbestandes und die Abnahme der Laubwälder in der Bundesrepublik noch den Erfordernissen unseres Wasserhaushaltes?

Antwort von Bundesminister Höcherl: Das Nadelholz hat von 1948 bis 1961 um 1,1 Prozent der Fläche zugenommen, während das Laubholz um 1,1 Prozent der Fläche zurückgegangen ist. Die Verschiebungen sind also – von regionalen Besonderheiten abgesehen – nur sehr geringfügig.

Die Auffassung, daß Nadelholz dem Wasserhaushalt eines Landes mehr Wasser entzieht als Laubholz, ist auf Grund internationaler wissenschaftlichen Untersuchungen heute nicht mehr haltbar. Zwar nimmt die Verdunstung des Niederschlagwasser (Interzeption) in der Reihenfolge Kiefer/Lärche – Buche/Eiche – Fichte zu. Der unmittelbare Wasserverbrauch (Transpiration) steigt jedoch nach wissenschaftlichen Feststellungen in fast umgekehrter Reihenfolge, nämlich Lärche/Kiefer – Fichte – Buche/Eiche.

Dietrich Rollmann, MdB, Bonn