Im Augenblick scheinen hierzulande Wahlsiege von einem durchaus politikfernen Faktum abhängig zu sein, von dem Vorhandensein werbewirksamer und beruhigender Pykniker wie Erhard und Meyers. Hat man sich dieses Umstands schon einmal systematischer angenommen? Wird man weitere Folgerungen ziehen? Leider (bzw. glücklicherweise) ist es sehr fraglich, ob beispielsweise die SPD (diese trotz aller Volksparteitendenzen im Grunde auch heute noch ach so „unpyknische“ Partei!) entsprechende Folgerungen überhaupt ziehen könnte. Wird ihr Ethos es ihr gestatten, in Zukunft für Wahlkampfzwecke bei der CDU wenigstens auf. Zeit einige Pykniker auszuleihen? Wird die CDU ihr die „richtigen“ überlassen?

Fürwahr, man könnte lachen, wenn die Sache nicht so ernst wäre und ein so unbequemes (heilsam unbequemes?) Licht auf unser so unpolitisch -politisches Verhalten würfe. Kann man sich über die Ergebnisse dieses Verhaltens dann wirklich noch wundern?

Professor Dr. Helmut Schrey, Düsseldorf