Die Landtagswahl in Nordrhein – Westfalen brachte bei leichtem Stimmengewinn der FDP und erheblichen Verlusten der CDU die SPD nahe an die absolute Mehrheit heran. Zur Schonung der gegenwärtigen Bonner Koalition und der Bundesregierung unter Ludwig Erhard bemühten sich CDU und FDP in Düsseldorf um Fortsetzung der kleinen Koalition. Generalmajor Paul Köhler wurde von der Bundesregierung zum Beauftragten über die französischen Truppen ernannt. Der SPD – Bundestagsabgeordnete Helmut Schmidt brach zu einer Reise in die Tschechoslowakei, nach Polen und in die Sowjetunion auf. Bundeswohnungsbauminister Ewald Bucher erklärte sich bereit zu einer Diskussion mit dem Ostberliner Rechtsanwalt Friedrich Karl Kaul.

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In der Frage des deutschen Devisenausgleichs für amerikanische Stationierungskosten zeigten sich in Washington Ansätze zu einer Entspannung. Die Vereinigten Staaten entschlossen sich zu einer drastischen Einschränkung ihrer Ausgaben für Flugzeugbau und Munitionsproduktion, Bei den amerikanischen Luftangriffen auf Nordvietnam erwies sich die Abwehr durch Boden-Luft-Raketen sowjetischer Bauart als weitgehend unwirksam. Die an Stärke und Ausdehnung zunehmenden amerikanischen Luftangriffe auf Nordvietnam ließen die Popularität des Präsidenten Lyndon B. Johnson in den Vereinigten Staaten beträchtlich ansteigen. Die Regierung von Nordvietnam kündigte die Aburteilung der gefangenen US-Piloten als Kriegsverbrecher an.

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Der neuernannte sowjetische Botschafter Semjon Zarapkin überreichte dem Bundespräsidenten sein Beglaubigungsschreiben. Zur Wiederbelebung der alten deutsch-türkischen Freundschaft besuchte Bundesaußenminister Gerhard Schröder die Türkei. Der neue türkische Staatspräsident Cevdet Sunay begnadigte seinen nach einem gescheiterten Staatsstreich zu lebenslanger Haft verurteilten Vorgänger Celal Bayar.

Der israelische Außenminister Abba Eban nahm in einer Kabinettssitzung den deutschen Botschafter Rolf Pauls gegen die an seiner Rede geübte Pressekritik in Schutz. Auf das jüdische Gemeindebüro in Westberlin wurde ein Brandanschlag verübt. Der in Ostberlin zum Tode verurteilte frühere KZ-Arzt Dr. Horst Fischer wurde hingerichtet. In Madrid wurde ein Gesetzentwurf über die Gewährung der Religionsfreiheit in Spanien fertiggestellt.

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