Mehr als fünfundzwanzig Jahre geht der Meinungsstreit zwischen den Befürwortern der Marktwirtschaft, die das Wirtschaftsleben weitgehend von staatlichen Eingriffen freihalten möchten, und den Anhängern einer staatlichen Rahmenplanung hin und her. Man sollte glauben, daß sich nach so vielen Jahren leicht feststellen lassen müßte, welche wirtschaftliche Konzeption zu größeren Erfolgen geführt hat. Haben die Länder, die sich in Westeuropa zu einer mehr oder weniger straffen Planung ihres Wirtschaftslebens entschlossen haben, gegenüber den anderen Staaten, die solche Methoden ablehnen, einen Vorsprung errungen? Es läßt sich bisher keine generelle Aussage darüber machen, in welchen Ländern eine größere wirtschaftliche Stabilität und ein rascheres Produktionswachstum erzielt werden konnte. Wie die Graphik zeigt, ist das Wirtschaftswachstum in den Ländern, die sich für die Rahmenplanung entschieden haben, also Italien, die Niederlande, Frankreich, Norwegen und Schweden keineswegs größer gewesen als in den übrigen Ländern. Insbesondere in der Wiederaufbauperiode zwischen 1949 und 1959 scheint die Rahmenplanung eher hemmend als fördernd gewirkt zu haben.