Auf einer Generalversammlung beschloß der Schutzverband Deutscher Schriftsteller, eine Resolution an den Bundestag zu senden, in der darum gebeten wird, eine „absurde Fehlentscheidung“ zu berichtigen. Der Bundesrat hatte nämlich gemeint, daß der Abdruck einer Arbeit in einer für den Schulgebrauch bestimmten Sammlung dieses Werk als anerkanntes Kulturgut etikettiere und das den Autoren genug sein müsse. Auf Honorare sollten sie verzichten. Der Schriftstellerverband sagt dazu: „Will man die Autoren weiterhin zwingen, auf diesen Ertrag ihrer ehrlichen, für die Allgemeinheit nützlichen Arbeit zu verzichten, dann müßte man billigerweise bestimmen, daß die Verleger keinerlei Gewinn aus der Herstellung von Schulbüchern ziehen.“

Hersfeldpreis für Schauspieler

Zum fünftenmal verlieh eine Jury aus deutschsprachigen Theaterkritikern den Hersfeldpreis für Schauspieler. Durch ihn sollen hervorragende Einzelleistungen ausgezeichnet werden, die im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele in besonderer Weise den Bühnenbedingungen der Stiftsruine entsprechen. In diesem Jahr erhielt den Preis Hilde Krahl für vier Rollen in „Faust II“ und die Hauptrolle der Hekuba in Euripides/Sartres modern-antiken „Troerinnen“, außerdem Hans Quest für die Rolle des Chefs in „Die Plebejer proben den Aufstand“ von Günter Grass. Der einzige Preis für junge Schauspieler wurde Volker Lechtenbrink für seinen Junker Bleichenwang in Shakespeares „Was ihr wollt“ zugesprochen.

Musikwettbewerb beim Funk

Wenn man die Zahl der Anmeldungen zum 15. Internationalen Musikwettbewerb der Rundfunkanstalten zum Maßstab nähme, dürfte einem um den Sängernachwuchs nicht bange sein: Von 270 Teilnehmern – die Ausscheidungen finden zwischen dem 6. und 23. September in München statt – wollen 95 durch Singen, 51 durch Klavier- und 50 durch Orgelspiel, 49 durch Geigen einen Preis erringen. Akuter Nachwuchsmangel herrscht in anderen Fächern: die restlichen 25 Musiker meldeten sich für Bläserquintette an. Zahlen besagen nichts über das Niveau, und die Aufteilung auf die verschiedenen Herkunftsländer stellt die musikalische Nachwuchsförderung in diesen Ländern eher in umgekehrtem Verhältnis dar: Aus der Bundesrepublik wollen 80 junge Musiker teilnehmen, aus den USA 26, aus Frankreich 17. England schickt 13, die Schweiz 11 und die Sowjetunion – die zum erstenmal vertreten ist – 10. Der Rest verteilt sich auf 29 Nationen.