Wie sieht die Landschaft unter der arktischen Eisdecke aus, die stellenweise über 2000 Meter dick ist? Bei Untersuchungen im hohen Norden Kanadas stellten britische Forscher fest, daß sich diese Frage vom Flugzeug aus gut beantworten läßt.

Schon länger ist bekannt, wie die Dicke der Eisschicht vom Boden aus bestimmt werden kann: Spezialgeräte senden Kurzwellen in das Eis und fangen das Echo auf, das die Grenzfläche zwischen Eis und Untergrund zurückwirft. Aber weite Teile der Polargebiete sind unzugänglich, so daß eine regelrechte Kartierung der Landschaft unter dem Eis auf diese Weise nicht möglich erscheint.

Vom Flugzeug aus kann jedoch eine derartige Kartierung vorgenommen werden, stellten jetzt Dr. S. Evans und Dr. G. Robin vom Scott-Polarforschungsinstitut in Cambridge fest. Die Forscher statteten ein Kleinflugzeug mit einem Echo-Gerät aus und erprobten, das Verfahren über Ellesmereland und der Axel-Heiberg-Insel. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 180 Kilometer pro Stunde überflogen sie das Eis in 500 Meter Höhe.

Es gelang Evans und Robin, die Eisdicke auf acht Meter genau zu messen und die Konturen des darunter verborgenen Untergrundes zu bestimmen. Die Polarforscher erkannten im Eis begrabene Bergspitzen und konnten auch feststellen, wo unter dem Eis das Land endet und das Meer beginnt. E. L.