Winzige Eisenkugeln sollen künftig Lecks an Blutgefäßen im Gehirn zustopfen und dadurch schwere Schäden verhindern. Diese neue Technik wurde an der Universität von Kalifornien und am Harbor General Hospital in Los Angeles von einem Chirurgen-Team entwickelt, denen die Doktoren John F. Alksne, Aaron Fingerhut und Robert W.Rand angehören.

Die Prozedur läßt sich bei einer Hirn-Blutung anwenden, die an einer schwachen Stelle einer Aderwand ausbrechen kann. An dieser Stelle bildet sich eine ballonartige Ausbuchtung, vergleichbar etwa dem Hervorkommen des Schlauchs in einem defekten Autoreifen, und dieser Ballon kann platzen. Die daraufhin einsetzende Blutung führt in den meisten Fällen zu schweren Hirnschäden, wenn die Ader nicht bald repariert wird. Doch eine solche Operation ist in manchen Hirngebieten sehr kompliziert.

Nach der neuen, von den kalifornischen Chirurgen vorgeschlagenen Methode wird ein magnetisches Röhrchen an die schadhafte Aderstelle herangeführt, und durch dieses Rohr praktiziert man mit einer feinen Nadel Eisenkügelchen in das Blutgefäß. Durch den Magnetismus des Röhrchens werden die Eisenteilchen angezogen; sie bilden einen Klumpen, der das Leck zustopft. Nach einiger Zeit vernarbt die schadhafte Stelle zu einem festen Verschluß. Die Eisenpartikel werden von dem neuen Gewebe umwachsen.

V. G.