Nachrichtensatelliten haben die Überseekabel noch nicht verdrängt. Die Bell Telephone Company gab jetzt die Entwicklung eines Kabels bekannt, über das 720 Telephongespräche gleichzeitig geführt werden können. Das ist fast sechsmal mehr, als die modernsten, erst in den letzten Jahren zwischen Amerika und Europa verlegten Überseekabel zu vermitteln imstande sind. Es soll zwischen Florida und den Karibischen Inseln installiert werden (Entfernung 1250 Seemeilen).

Der Kupfermantel von ungefähr vier Zentimeter Durchmesser umschließt ein Rohr aus Plastik (Polyethylen), in dem sich ein etwa 0,8 cm starkes Kupferrohr befindet, durch das 41 Stahldrähte laufen. Sie dienen lediglich dazu, dem Kabel die erforderliche Festigkeit zu verleihen. Die elektrischen Impulse der Telephongespräche wandern im Spannungsfeld der beiden Kupferrohre durch das dazwischenliegende Plastikmaterial. In Abständen von 15 Kilometern sind Verstärker in das Kabel eingebaut, zwei Meter lange Transistorgeräte von 30 cm Durchmesser, die aus 130 Einzelteilen bestehen und so robust konstruiert sind, daß sie praktisch nie ausgewechselt werden müssen. Bislang sind in den Überseekabelverstärkern noch Elektronenröhren verwendet worden, deren Lebenszeit begrenzt ist.

Die den herkömmlichen Kabeln nahezu um das Sechsfache überlegene Kapazität des neuen „SF-Systems“ rührt daher, daß hierbei ein wesentlich breiteres Frequenzband für die Übertragung der Gespräche benutzt wird als bisher (2224 Kilohertz gegenüber 422 beziehungsweise 144 Kilohertz). T. R.