Die Essener R tthrgas AG, die vor rund 40 Jahren einmal als Gemeinschaftsunternehmen des Ruhrbergbaus zur Sicherung des Kokereigasabsatzes gegründet worden war, hat nachhaltig auf Erdgas gesetzt. Das kommt — zunächst noch — am deutlichsten in der Erweiterung des Aktionärkreises zum Ausdruck: die BergbauAktionäre sind nicht mehr unter sich, die neuen Verwandten kommen aus dem Lager der potentiellen Erdgasproduzenten. Bisher hat sich die von Esso und Shell kontrollierte Gewerkschaft Briteiligt.

Das schon gegen Ende des Berichtsjahres in einer außerordentlichen Hauptversammlung geschaffene genehmigte Kapital von 50 Millionen Mark wird zunächst erst einmal zur Hälfte ausgenutzt werden; die Brigitta wird ihre Beteiligungsquote allerdings nur schrittweise bis 1969 erreichen. Eine weitere Aufstockung des Ruhrgas Kapitals auf 150 Millionen wird mit einer Beteiligung der in der EVG Münster zusammengeschlossenen deutschen Erdgasproduzenten verbunden sein Über diese "Ehe" wird allerdings noch verhandelt.

Wie Ruhrgas Generaldirektor Herbert Scbeldeutschen Ferngasunternehmens erklärte, könne eine Voraussage über das Ergebnis dieser Verhandlungen noch nicht gemacht werden, aber "selbstverständlich würden wir einen Entschluß der EVG Gruppe, sich in entsprechender Weise wie die Brigitta an der Ruhrgas zu beteiligen, begrüßen", hieß es in Essen.

Inzwischen haben die B ergbau Aktionäre ihre Ruhrgas Anteile alle in einen Topf geworfen und als Träger Gesellschaft dafür die Bergemann KG gegründet. Das geschieht sicher nicht zuletzt, um die Bergbau Interessen der neuen erweiterten Ruhrgas Familie geschlossener vertreten zu können; denn die Erdgasentwicklung soll nach dem mehrfach betonten Wunsch der Gesellschaft nicht auf Kosten des Kokereigases vorangetrieben werden. Die Ruhrgas hat sich eine "energiewirtschaftlich vernünftige Einschleusung des neuen Energieträgers in den Markt" zum Ziele gesetzt Immerhin wird das Kokereigas im Laufe der nächsten Jahre ganz aus dem Fernversorgungsbereich verschwinden und auf die transportkostengürstigere Nahzone, das engere Ruhrgebiet also, beschränkt werden. Die ganz ansehnliche Expansion, auf die sich die Ruhrgas einstellt, wird aussch ießlich vom Erdgas getragen werden. 1. N.